Der Besuch der Ulu-Moschee in Völklingen-Luisenthal

und einem interreligiösen Dialog mit der dort aktiven Frauengruppe

Der Besuch der Ulu-Moschee in Völklingen-Luisenthal und einem interreligiösen Dialog mit der dort aktiven Frauengruppe stand am 12.09.2026 auf dem Programm der kfd Marpingen. 

Nach dem sehr beeindruckenden Besuch der Synagoge in Saarbrücken im vorletzten Jahr, entstand bei den Teilnehmenden das Interesse und der Wunsch auch einmal Kontakt zu einer islamischen Gemeinde aufzunehmen und mehr über die Sitten und Gebräuche zu erfahren. 

Mit 8 Frauen aus Marpingen, Alsweiler und St. Wendel machten wir uns auf den Wegen nach Luisenthal, wo wir von 6 Frauen der Frauengruppe der IGMG Ulu Moschee sehr freundlich und herzlich empfangen wurden. Nach einer ersten Kennenlernrunde im Vorraum der Moschee, bei der wir uns über die Aktivitäten und Ziele unserer Frauengruppen unterhielten, stellten wir fest, dass es da durchaus Gemeinsamkeiten gab, z. B. die Glaubensweitergabe, die Fürsorge vor notleidende Menschen in unserer direkten Umgebung (die muslimischen Frauen setzen sich z. B. in der Obdachlosenhilfe und Wärmestuben ein), aber auch international. Aber auch bei der Kurzvorstellung des Koran begegneten wir biblischen Personen: Abraham (Ibrahim), Moses (Musa), Jesus (Isa), Maria (Maryam). Sie werden im Koran sogar hoch verehrt. Und das Thema „Kopftuch“ war ein lang diskutiertes Thema, wobei die Muslima betonten, dass das Kopftuch tragen zwar im Koran als religiöse Pflicht genannt wird, aber die Frauen selbst entscheiden, ob sie das Kopftuch nun tragen oder nicht. 

Nach dieser ersten Gesprächsrunde wurde uns die Moschee vorgestellt und ihr Inventar mit seiner religiösen Bedeutung erklärt. Wir durften alle Räume besichtigen: den Gebetsraum der Männer und den der Frauen, die Räume für die Kinder (es gibt 3 Räume für Kinder im Kindergarten- und im Grundschulalter, in denen die Kinder kindgerecht erste Erfahrungen mit ihrer Religion machen können). Auch über muslimische und christliche Gebetshaltungen haben wir uns gegenseitig informiert.

Nach dieser Besichtigungsrunde hatten unsere Gastgeberinnen im Vorraum einen kleinen Imbiss vorbereitet und beim gemeinsamen Essen wurden weitere sehr interessante Gespräche geführt. Die Frauen waren sehr interessiert an unserem christlichen Glauben. Und im Gespräch ergaben sich spontan Themen, die wir so gar nicht geplant hätten (wie z. B. der Unterschied zwischen evangelisch und katholisch, der Ablauf einer Papstwahl, Ein- oder Austritt aus der jeweiligen Glaubensgemeinschaft,  Bestattungsformen etc.).

Am Ende des Nachmittags, der wie im Fluge vorbeiging, haben wir uns sehr herzlich voneinander verabschiedet und auch zu einem Gegenbesuch eingeladen. 

Fazit: Es war eine sehr interessante, lehrreiche und herzliche Begegnung – ein wahrlich interreligiöser Dialog!

Text: Brigitte Backes / Fotos: kfd-Marpingen

Weitere Infos zum Projekt “Interreligiöser Dialog” finden Sie hier.