Hoffnung im Libanon und in Syrien
Neues Zentrum in Hama, Syrien eröffnet

Stand Anfang Dezember 2025
Auch fast ein Jahr nach dem Sturz des syrischen Machthabers Assad und dem Machtwechsel bleibt die Lage in Syrien wie auch im Libanon dynamisch und insbesondere für die Flüchtlinge herausfordernd. Einerseits sind die syrischen Flüchtlinge im Libanon kaum mehr als geduldet, andererseits fehlen im Heimatland Syrien weiterhin stabile und sichere Strukturen, um dort einen gesicherten Neuanfang wagen zu können.
Angesichts dieser Situation ermöglicht das Spendenprojekt der kfd mit AMICA die Aufrechterhaltung des Gharsah-Zentrums im Libanon für all die Frauen und Kinder, die noch im Libanon verbleiben, dort häufig ihren Status als offiziell durch das Flüchtlingshilfswerk UNHCR anerkannte Flüchtlinge verlieren und damit auch den Anspruch auf medizinische Hilfe und Versorgung mit dem Lebensnotwendigsten. Hier bietet das Gharsah-Zentrum weiter Unterstützung und konkrete Hilfe an. Seit dem Sommer konnten fast 400 Frauen und jugendliche Mädchen mit verschiedenen Beratungs- und Schulungsangeboten erreicht werden. Im Vordergrund stehen hierbei Diskussionsrunden zu unterschiedlichen Themen, z.B. Peace-Building im Hinblick auf Syrien und den Libanon sowie therapeutische Anleitungen u.a. zur Aufarbeitung der erlebten Traumata.
Die aktuellen Planungen sehen vor, dass das derzeitige Programm bis voraussichtlich März 2026 weiterläuft. Auch Kinder sind weiterhin im Gharsah-Zentrum willkommen und werden während der Unterrichtseinheiten der Frauen betreut. Da viele der Angestellten des Gharsah-Zentrums nun wieder in Syrien leben und dort aktiv versuchen, den Wiederaufbau des eigenen Landes voranzutreiben, wurden mit den Spendengeldern interessierte syrische Flüchtlinge zu Multiplikatorinnen ausgebildet, die nun selbst beratend und unterstützend im Gharsah-Zentrum mitwirken.
Parallel zu den Unterstützungsangeboten im Libanon hat das Team nun auch Möglichkeiten geschaffen, den in die Heimat zurückgekehrten Frauen und Kindern zu helfen. So wurde ein Apartment in Hama, einer Stadt nördlich von Damaskus, als Anlaufstelle angemietet. Dieses stellt den Ausgangspunkt dar für den Einsatz der mobilen Teams vor Ort, die die Frauen und Kinder in ihren jeweiligen Häusern und Wohnungen besuchen, beraten und konkrete Hilfestellung im Alltag geben. Beworben wird die Arbeit vor allem durch Mund-zu-Mund-Propaganda sowie per Whatsapp und Signal.
Das Schulsystem in Syrien läuft offiziellen Angaben zufolge, allerdings hängt es stark von den Gegebenheiten vor Ort ab. Unterricht findet vielfach in provisorischen Unterkünften statt. Hier möchte AMICA bzw. das Team um Ola Aljounde dahingehend unterstützen, dass Angebote zur Sensibilisierung hinsichtlich sexualisierter Gewalt gemacht werden. Frauen und Kinder sind auch hier besonders hart betroffen, denn neben den Schwierigkeiten des Alltags gilt es, mit den Folgen traumatisierender Erfahrungen umzugehen. In Syrien sind auch für die Zukunft weitere Unterstützungsangebote für Kinder geplant.
Während das Leben der Menschen sowohl im Libanon als auch in Syrien weiterhin von einer großen Unsicherheit geprägt ist, bleiben das Gharsah-Zentrum und seit kurzem auch das Zentrum in Hama in Syrien eine wichtige Anlaufstelle, da es die Möglichkeit zum Austausch bietet und Stabilität. Das Empowerment Programm für Frauen ist insbesondere in dieser durch politische wie auch strukturelle Unsicherheit geprägten Zeit eine wichtige Stütze für die Frauen und ihre Kinder. Vor dem Hintergrund des zweiten Standortes, den das Team nun aufgebaut hat und unterhält, rufen wir hiermit zu Spenden auf, die auch den weiteren Fortbestand sichern können. Wir freuen uns über jede Spende, die es ermöglicht, den Frauen und Kindern den schwierigen Schritt der Rückkehr in eine instabile und unsichere Heimat zu erleichtern.
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