Gewalt gegen Frauen ist ein gesamtgesellschaftliches Problem

„NEIN, zu Gewalt an Frauen – Gemeinsam ein deutliches Zeichen setzen!“

Unter dem Titel "Häusliche Gewalt ist kein Schicksal! Suchen Sie Hilfe!" hat die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) bereits im Jahre 2007 die Aktion gegen häusliche Gewalt initiiert. Das Ziel, damals wie heute, ist es, das Ausmaß und die dramatischen Folgen häuslicher Gewalt bewusst zu machen und vor allem Betroffene zu motivieren, sich rechtzeitig Hilfe und Unterstützung zu suchen. Denn noch immer scheuen sich Opfer viel zu häufig, die bestehenden Hilfesysteme in Anspruch zu nehmen. Dabei kommt häusliche Gewalt in allen sozialen Schichten vor. 

Die aktuellen Zahlen von 2024*) sind erschreckend. Im Deliktfeld der Häuslichen Gewalt wurden 187.128 weibliche Opfer erfasst. Das sind rund 70,4 % aller Fälle des Jahres 2024. Das Schlimmste an diesen Zahlen: Sie zeigen nur das Hellfeld, das, was auf der Basis von Anzeigen und polizeilichen Ermittlungen offiziell ist. Und noch immer erstatten viele Betroffene aus Scham oder aus Angst, was sie danach erwartet, keine Anzeige. Frauen sind vor allem in Trennungs- und Scheidungssituationen besonders gefährdet. Ganz nach dem Motto: „Wenn ich sie nicht haben kann, dann soll sie niemand anderes haben.“ Im Jahre 2024 wurden 191 Frauen von ihren (Ex-)Partnern (132) oder von anderen Familienangehörigen (59) in Deutschland ermordet. Hinter den nackten Zahlen stehen Frauen, die ihr Leben auf eine brutale Art und Weise verloren haben und Familien, die zerstört wurden.

In Deutschland …

  • fügt ein Mann alle 4 Minuten seiner (Ex-)Partnerin Gewalt zu
  • wurde jede zweite Frau bereits sexuell belästigt
  • erlebet jede dritte Frau im Laufe ihres Lebens Gewalt durch einen Mann.

*) Das Lagebild 2024 wurde am 20. November 2025 veröffentlicht. Die Zahlen für 2025 liegen noch nicht vor.

Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter

Neben der Gewalt in Ehe und Partnerschaft sind es u. a. es die sexuellen und verbalen Belästigungen, Vergewaltigungen, Gewalt im Rahmen von Prostitution, Genitalverstümmelung, Gewalt in der digitalen Welt, der spirituelle und sexualisierte Missbrauch in der Kirche, Zwangsehen, Gewalt gegen Frauen als Kriegswaffe sowie die strukturelle Gewalt und ökonome Gewalt, mehr hier.

 


Permanente Arbeit seid mehr als zwei Jahrzehnten

Nicht tatenlos bleiben - Hinsehen und Handeln!

2011 sagte die Leiterin von UN Women, Michelle Bachelet: „Obwohl die Gleichstellung von Frauen und Männern in den Verfassungen von 139 Ländern und Gebieten garantiert wird, wird Frauen allzu häufig Gerechtigkeit und Schutz vor Gewalt verwehrt. Dieses Versagen ist nicht auf mangelnde Kenntnisse zurückzuführen, sondern auf mangelnde Investitionsbereitschaft und politischen Willen den Bedürfnissen von Frauen zu entsprechen und ihre Grundrechte zu schützen. Es ist an der Zeit, dass Regierungen Verantwortung übernehmen ...“

Für Mitglieder des kfd-Fachausschusses Frauen stärken – Gewalt überwinden der kfd im Bistum ist dieses Zitat ein Ansporn nicht aufzugeben, hinzusehen und zu handeln. Sie wollen die Menschen informieren, wachrütteln und sensibilisieren. Und das nicht nur einmal im Jahr. Permanente Aktionen und Kampagnen tragen dazu bei, dass die Gewalt gegen Frauen über das ganze Jahr in der Öffentlichkeit sichtbar bleibt:

Auch im Aktionszeitraum von Orange the World, 25. November bis 10. Dezember im Einsatz ist der Fachausschuss aktiv. Bereits seit Beginn der „Ökumenischen Dekade zur Überwindung von Gewalt“ (2001 bis 2011) beteiligt sich die kfd im Bistum Trier an Aktionen am Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen (jährlich am 25. November). Vernetzung und Kooperationen mit den Gleichstellungsstellen, anderen Frauenorganisationen und -verbänden haben dabei eine lange Tradition.

Die kfd-Mitglieder und Gruppen sind ebenfalls aufgefordert, deutliche Zeichen zu setzen und sich gegen die Gewalt an Frauen zu positionieren. Dies kann mit eigenen Veranstaltungen oder z. B. in Kooperation mit den Gleichstellungbeauftragten/Frauenbeauftragten bzw. durch einen Aufruf zur Teilnahme an Veranstaltungen in der Umgebung als Solidaritätsbekundung erfolgen, mehr dazu hier.

Hinweise:

  • Gerne stellen wir die Angebote der kfd-Gruppen auf die Homepage. E-Mail an die kfd-Geschäftsstelle genügt.
  • Hier (ist gerade im Aufbau) geht es zur Übersicht mit den gemeldet Angeboten.
  • Der diözesane Fachausschuss bisher zwei Arbeitshilfen herausgebracht. Sie enthalten viele methodische Anregungen, Gottesdienstmodelle, Texte und Filmhinweise. Gerne unterstützen die Mitglieder im Fachausschuss die Gruppen vor Ort als Referentinnen. Anfragen richten Sie bitte an die kfd-Geschäftsstelle.

Orange the World und Internationaler Tag zur Beseitigung der Gewalt an Frauen

Hintergründe

Die UN-Kampagne „Orange The World“ macht seit 1991 auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam: Vom Internationalen Tag zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen am 25. November bis zum 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte. 16 Tage lang zeigen auf der ganzen Welt Menschen, Organisationen, Städte und Unternehmen mit der Farbe Orange ihre Nulltoleranz gegen Gewalt an Frauen. UN Women Deutschland setzt die Kampagne in Deutschland um. 

1999 haben die Vereinten Nationen den 25. November zum „Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ erklärt. Anlass war die Ermordung der Schwestern Mirabal (Patria, * 27. Februar 1924, Minerva, * 12. März 1926, und Maria Teresia, * 15. Oktober 1935) im Jahre 1960 in der Dominikanischen Republik, hier mehr erfahren.