Bücher des Monats November:
Für den Monat November, der u. a. für die kfd seit Jahren ein Aktionsmonat gegen Gewalt an Frauen ist, – insbesondere zum 25.11., dem Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen – stelle ich Ihnen zwei sehr unterschiedliche Bücher vor.
Evie Woods: Der verschwundene Buchladen

Evie Woods: Der verschwundene Buchladen, Adrian Verlag (2024)
Mit Evie Woods „Der verschwundene Buchladen“ reisen wir nach London, Paris und Duplin.
Sie verbindet das Leben von drei Menschen, in deren Leben Bücher eine besondere Rolle einnehmen.
Wir begegnen Opaline, 1921 – einer junge, starke Frau, die ihr Leben selbst gestalten möchte und von ihrem Bruder bevormundet, verfolgt und gedemütigt wird.
Und fast hundert Jahre später Martha, die vor ihrem gewalttätigen Mann flieht.
Die dritte Person ist Henry, ein junger Mann auf der Suche nach einem verschwundenen Manuskript.
Für mich gibt es noch eine vierte Person, rätselhaft aber ein interessanter Charakter, Madame Bowden – geheimnisvoll, kreativ und emanzipiert.
Es ist ein Roman über Vertrauen, Freundschaft, Liebe und das Recht auf Selbstbestimmung.
Für mich bleibt die Frage, wo stehen wir als Frauen heute, wie viel lassen sich Frauen immer noch gefallen und warum.
Und die Geschichte erzählt mindestens eine, bzw. zwei, drei Liebesgeschichten mit etwas Mystik im Hintergrund.
Sehr kurzweilig und lesenswert!
Jina Khayyer: Im Herzen der Katze

Jina Khayyer: Im Herzen der Katze, Suhrkamp (2025)
Viele von Ihnen haben vielleicht die Aktion „Frau, Leben, Freiheit“, initiiert von jungen Iranerinnen, noch in Erinnerung. Hintergrund war die Ermordung einer jungen Frau, die von der Sittenpolizei ins Koma geprügelt wurde und verstarb.
Jina Khayyer nimmt diesen Faden für ihren Roman: Im Herzen der Katze auf. Es ist ein wichtiges Buch, um die Frauen, ihre Kultur und was sie im Iran hält zu verstehen. Es hat mich tief bewegt und manche Zeilen lassen sich nur schwer ertragen.
Auszug - Klappentext:
Es ist Nacht in Südfrankreich. Jina sitzt an ihrem Schreibtisch, das Telefon in der Hand. Im Sekundentakt aktualisiert sich ihr Instagram-Feed. Sie liest: »Jina Mahsa Amini wurde in Teheran von der Sittenpolizei ins Koma geprügelt.« Im nächsten Moment begreift sie: Die junge Frau, die so heißt wie sie, ist tot. Im Feed folgen die Bilder: der Protestzug Tausender Menschen auf den Straßen, Mädchen und Frauen, die ihre Haare unverdeckt tragen, darunter auch Jinas Schwester Roya und ihre Nichte Nika.
Was als Versuch beginnt, die Gegenwart zu begreifen, wird zur Reise in die Vergangenheit. Denn die Ereignisse wecken in Jina Erinnerungen an ihre eigenen Aufenthalte im Iran: an die Gastfreundschaft der Menschen, den reich gedeckten Tisch der Tanten, die Begegnungen im Sammeltaxi, den Roadtrip zu Zarathustras Feuertempel in Yazd – und an eine geheime Liebe. Aber auch an die Proteste während der Grünen Bewegung 2009, an denen Jina teilnahm und die zur einschneidenden Lebenserfahrung wurden.
Petra Erbrath, kfd-Diözesanreferentin