Zeichen gegen Femizide gesetzt!
Gewalt gegen Frauen geht uns alle an!
„Femizide: Wenn Frauen sterben, nur weil sie Frauen sind! – Ein Rückblick auf den Aktionstag der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) im Bistum Trier am 1. August 2026 in Koblenz
Trier/Koblenz, August 2026 – Der diözesane Fachausschuss (FA) Frauen stärken – Gewalt überwinden hatte am 1. August nach Koblenz zu einem Aktionstag gegen Femizide eingeladen. Auf dem Vorplatz der Herz-Jesu-Kirche waren 191 Paar Schuhe aufgestellt. Die Schuhe standen für die 191 Frauen, die im Jahre 2024*) von ihren (Ex-)Partnern (132) oder von anderen Familienangehörigen (59) in Deutschland ermordet wurden. Hinter den nackten Zahlen stehen Frauen, die ihr Leben auf eine brutale Art und Weise verloren haben und Familien, die zerstört wurden.
Im Deliktfeld der Häuslichen Gewalt wurden 187.128 weibliche Opfer erfasst. Das sind rund 70,4 % aller Fälle des Jahres 2024. Das Schlimmste an diesen Zahlen: Sie zeigen nur das Hellfeld, das, was auf der Basis von Anzeigen und polizeilichen Ermittlungen offiziell ist. Noch immer erstatten viele Betroffene aus Scham oder aus Angst, was sie danach erwartet, keine Anzeige. Frauen sind vor allem in Trennungs- und Scheidungssituationen besonders gefährdet. Ganz nach dem Motto: „Wenn ich sie nicht haben kann, dann soll sie niemand anderes haben.“
Die Mitglieder des kfd-Fachausschusses wollen nicht tatenlos bleiben. Sie wollen die Menschen wachrütteln. Deshalb wurde an diesem Tag über Hintergründe, Fakten und Zahlen sowie über Hilfsangebote für Betroffene und Angehörige informiert. Alexandra Neisius, Leiterin SkF-Frauenhaus Koblenz, stand beratend allen Hilfesuchenden zur Seite. Mit ihrer beeindruckenden Tanzperformance hat die Künstlergruppe rauMwErk & friends die Gewalt gegen Frauen sehr anschaulich dargestellt.
Übereinstimmend lautet die Botschaft der Akteurinnen des Aktionstages: „Keine Frau darf sich schämen, Opfer von Gewalt geworden zu sein. Wir alle sind in der Pflicht, den betroffenen Frauen diese Scham zu nehmen. Sie brauchen das Signal, dass ihnen geglaubt wird. Wir alle müssen den Betroffenen Mut machen, den ersten Schritt zu gehen und Hilfsangebote anzunehmen. Gewalt gegen Frauen geht uns alle an.“
Ganz besonders wichtig war den Beteiligten das Aufzeigen von Warnsignalen bei Gewalt in Partnerschaften. Häusliche Gewalt entsteht nicht von heute auf morgen. Meist ist es ein schleichender Prozess. Die ersten Signale werden viel zu oft übersehen. Das frühzeitige Erkennen kann Gewalt verhindern und Leben retten.
„Wir brauchen endlich die Einführung des Straftatbestandes „Femizid“ im Strafgesetzbuch und härtere Strafen für die Täter. Dringend notwendig sind ebenso rasche Änderungen im Sorge- und Umgangsrecht für die Täter,“ sagt Rita Monz, Sprecherin des FA aus Eppelborn (Saarland).
Tatkräftig unterstützt wurde der Tag von Vertreterinnen der kfd-Gruppen aus Koblenz: Gabi Berkler (kfd Herz-Jesu), Uschi Dore (kfd Dreifaltigkeit) und Angelika Essig (kfd St. Elisabeth). Auch an dieser Stelle noch einmal ein besonders großes und herzliches DANKE, an alle, die diesen Tag möglich gemacht haben.
Es gab viele gute Gespräche mit den Frauen und Männern, die am 1. August zufällig oder gezielt vorbeigekommen sind. Zudem war wieder ein Team des SWR vor Ort dabei, mehr dazu siehe Infoboxen auf der rechten Seite.
Die Akteurinnen des Tages

Hintergründe und Wissenswertes
- Dem FA war es auch ein großes Anliegen, das Thema außerhalb des jährlichen Gedenktages am 25. November (Internationaler Tag zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen) zu platzieren und in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Denn alle drei Minuten erlebt eine Frau oder ein Mädchen in Deutschland häusliche Gewalt. Seit fast 25 Jahren beschäftigt sich der diözesane Fachausschuss Frauen stärken – Gewalt überwinden mit den vielen Facetten der Gewalt gegen Frauen. Häusliche Gewalt ist eine von vielen. Der Ausschuss arbeitet intensiv daran, die Menschen für die Gewalt-Thematik zu sensibilisieren, damit sie genauer hinsehen und handeln.
- Der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) Koblenz ist ein Frauen- und Fachverband, der Hilfe für Kinder, Jugendliche, Frauen und ihre Familien in besonderen Lebenslagen anbietet SkF Koblenz e.V – Beratung für Menschen in Not. Ein Arbeitsschwerpunkt ist der Schutz und die Beratung von Frauen und ihren Kindern bei häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt.
- Kontakt „rauMwErk kollektiv“ Künstlerpaar Ellen Helfrich und Michael Frank
- Die vollständige Pressemitteilung vom 3. August zum Download, hier
*) Die Zahlen (Bundeslagebild) für 2025 liegen noch nicht vor.
Fotoquellen: kfd im Bistum Trier und rauMwErk kollektiv



