Warnsignale bei Partnerschaftsgewalt
Das frühzeitige Erkennen und Hilfe suchen kann Leben retten.

Gewalt in der Partnerschaft entwickelt sich selten abrupt, sondern verläuft meist als schleichender Prozess, der zunächst kaum wahrnehmbar ist. Gerade deshalb werden erste Warnsignale häufig übersehen. Die rechtzeitige Wahrnehmung möglicher Gefährdungen leistet allerdings einen wichtigen Beitrag zur Prävention von Gewalt.
Das Kennen und frühzeitige Erkennen der Warnsignale bei Gewalt in der Partnerschaft ist von großer Bedeutung, da es
- zur Auseinandersetzung mit den individuellen Wünschen und Vorstellungen von Partnerschaft anregt
- für Anzeichen, die auf eine sich entwickelnde Gewaltdynamik hinweisen, sensibilisiert
- motiviert, mögliche Gefährdungen innerhalb der eigenen Partnerschaft zu reflektieren
- durch professionelle Unterstützung das Gewaltpotenzial reduzieren hilft
- zur Rettung der Partnerschaft beitragen kann
- eine Eskalation der Gewalt verhindern kann.
Der Fachausschuss Frauen stärken – Gewalt überwinden hat in einer Übersicht „Warnsignale“ zusammengestellt, die bereits früh auf Partnerschaftsgewalt hinweisen können:
Eine Frau sollte sehr wachsam sein,
- wenn der Partner zu schnell zu viel von ihr will
- wenn der Partner sie zu schnell idealisiert
- wenn der Partner sie überwacht oder ihr nachspioniert, bzw. wenn ihre Privatsphäre verletzt wird und sie permanent kontrolliert wird
- wenn der Partner ihr äußeres Erscheinungsbild (Frisur, Figur, Kleidung usw.) wiederholt kritisiert
- wenn der Partner sich abfällig über ihre Freunde und ihre Familie äußert
- wenn der Partner auf ihre Bedürfnisse nicht eingeht
- wenn der Partner sie auffordert, ihre Pläne und Wünsche aufzugeben bzw. darauf zu verzichten und er seine Pläne für wichtiger hält
- wenn der Partner ihre Leistungen und Erfahrungen nicht würdigt und achtet
- wenn der Partner sie ausnutzt (finanziell, emotional usw.)
- wenn der Partner grundlos eifersüchtig ist
- wenn der Partner sie in der Öffentlichkeit herabsetzt
- wenn der Partner sie daran hindert, Kontakt zu anderen Menschen zu pflegen und wenn er sie von den Menschen fernhält, die ihr am Herzen liegen
- wenn der Partner ihr Worte in den Mund legt oder ihre Worte im Mund herumdreht
- wenn der Partner ihre digitale Kommunikation kontrolliert und sie zwingt, ihre Passwörter preiszugeben
- wenn der Partner ihr regelmäßig sämtliche Schuld zuschiebt und sein eigenes Fehlverhalten verharmlost
- wenn der Partner ihre Wahrnehmung ständig infrage stellt und sie beginnt, an sich selbst zu zweifeln und wenn sie ihrer eigenen Erinnerung nicht mehr vertraut
- wenn der Partner Dinge in der Wohnung oder in ihrem Umfeld manipuliert bzw. verändert, wie z.B. Alltagsgegenstände oder Dokumente versteckt, das Radio einschaltet, die Wohnungstür nicht abschließt, ihr Auto umparkt und ihr vorwirft, sie sei zerstreut oder desorganisiert
- wenn der Partner sie emotional erpresst
- wenn der Partner ihr absichtlich Angst einjagt
- wenn der Partner Haustiere misshandelt
- wenn der Partner ein „NEIN“ von ihr im Bett nur sehr schwer akzeptiert
- wenn ihr Körper negativ auf ihn reagiert
- wenn der Partner ihr körperlichen Schmerz zufügt.