Allerheiligen: 01. November

Allerheiligen – Ein Fest der verborgenen Heiligkeit

An Allerheiligen gedenken wir nicht nur der offiziell Heiliggesprochenen, sondern aller Menschen, die in ihrem Leben Gottes Liebe sichtbar gemacht haben – oft leise, verborgen, ohne Namen.
In der Bibel begegnen uns viele solcher Menschen – besonders Frauen, deren Namen wir nicht kennen:
Die Frau, die Jesu Füße mit Tränen wäscht (Lk 7,36–50).
Die blutflüssige Frau, die sich durch die Menge tastet, um nur den Saum seines Gewandes zu berühren (Mk 5,25–34).
Die kananäische Frau, die für ihre Tochter ein Wunder erfleht (Mt 15,21–28).
Sie alle sind Glaubenszeuginnen – nicht durch große Worte, sondern durch mutige, stille Taten. Sie stehen für viele Frauen damals wie heute, die im Verborgenen wirken, lieben, glauben, hoffen.
Allerheiligen lädt uns ein, diese verborgenen Heiligen zu ehren.
Nicht mit Heiligenscheinen, sondern mit einem dankbaren Herzen.
Nicht mit großen Reden, sondern mit dem Entschluss, selbst Licht zu sein – im Kleinen, im Alltäglichen, im Verborgenen.
Denn Heiligkeit beginnt dort, wo Liebe konkret wird.

 

Guter Gott,  
heute denke ich an die Frauen, die mich geprägt haben –  
nicht mit großen Worten, sondern mit stiller Liebe.  

Ich denke an die, deren Namen vielleicht niemand kennt,  
aber deren Güte sich tief in mein Herz geschrieben hat.  
An die, die mir den Glauben vorgelebt haben –  
Mit einem Lächeln, mit einem offenen Ohr, mit einem Gebet.  

Ich danke dir für ihre Stärke,  
für ihre Geduld,  
für ihren Mut,  
für ihre Hoffnung,  
für ihre stille Heiligkeit.  

Lass mich von ihnen lernen.  
Lass mich selbst zu einer Zeugin deiner Liebe werden –  
In meinem Alltag, in meinen Beziehungen, in meinem Glauben.  

Schenke mir ein Herz, das sieht,  
Ohren, die hören,  
und Hände, die handeln.  

Und wenn ich mich klein und unbedeutend fühle,  
dann erinnere mich daran:  
Du wirkst oft im Verborgenen.  
Du siehst, was andere übersehen.  
Du kennst meinen Namen.  
Amen.

Text: Andreas Paul / Bild: canva.com