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Februar 2018

1928 - 1938
Aufbauarbeit

Gertrud Sauerborn, 1. kfd-Diözesansekretärin

Bisweilen verleitet das Lesen der Chronik eines Vereins eher zum Schmunzeln. Die Rückschau auf die Geschichte unseres Diözesanverbandes in den Anfängen erfüllt mit Stolz oder eher Hochachtung, angesichts der Weitsicht und auch des Mutes, Belange in Kirche und Gesellschaft zu sehen, zu beurteilen und letztlich auch zu handeln. In der Vorbereitung zur Gründung und in den ersten Jahren haben die Verantwortlichen sehr früh auf Dekanats- und Pfarrebene die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die Frauen ihre Stellung in Familie und Pfarrei in einem größeren Zusammenhang sehen und sich stärker als Glieder der Gesellschaft und Kirche begreifen. Liest man die Auflistung in der „Vereinsbeilage“ Nr. 1, wie man die jungen Mütter zur Teilnahme und zum Engagement gewinnt, interessiert und hält, so fühlt man sich an die Inhalte der Mitgliederwerbekampagne in der Neuzeit erinnert. Sehr früh haben die Verantwortlichen erkannt, dass Vernetzung wichtig ist, und mit der zweiten Wurzel unseres Verbandes, der „Jungfrauenkongregation und Mädchenvereine“ gemeinsam gearbeitet.

 Jungfrauenkongregation und Mädchenvereine

Verbindende Inhalten wurden benannt und es kamen neue hinzu. Mit der ersten Diözesanausschusssitzung beider Verbände im Januar 1929 begann die gemeinsame Arbeit, die auch auf Bundesebene in der Verbandszeitschrift „Die Mutter“ als etwas Ungewöhnliches innerhalb der „Verbandsfamilie“ Beachtung fand. Erste Schritte des neuen Verbandes waren die Definition der Frauenseelsorge und das Bewusstmachen ihrer Ziele bei den Geistlichen. Die Wichtigkeit einer guten Vorstandsarbeit auf allen Ebenen wurde sehr früh erkannt, und so weisen die Jahresberichte in Folge zahlreiche Vorständeschulungen auf. Eine Statistik in der Chronik ist Zeuge dieser lebendigen Verbandarbeit, wie auch der starken Anfeindung durch den Nationalsozialismus. Trotz zahlreicher Abmeldungen im Jahr 1935 bezogen noch 108 922 Frauen die Mitgliederzeitschrift „Frau und Mutter“. Dem Kontroll- und Manipulationsversuch durch die staatliche Verordnung, dass Rednerinnen und Redner bei Vereinen und Verbänden zu melden seien, entgegnete der damalige Diözesanpräses Funk: „Eine Anmeldung kommt nicht in Frage!“ – mit dem Hinweis, dass Exerzitien von dieser Regelung nicht betroffen sind.

Text: Petra Löwenbrück


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