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Projektbericht, Juli 2017

Das Projekt Stärkung der Gesundheitsversorgung in den Kommunen durch den Aufbau von Gesundheitszentren, die Ausbildung von Gesundheitsarbeiterinnen und die Durchführung von Aufklärungsseminaren wurde von der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), Diözesanverband Trier unterstützt und von der WJAR „Stiftung der Freien Frau in Rojava“ durchgeführt. Verantwortlich für die Organisierung aller Projektaktivitäten ist das Gesundheitskomitee von WJAR. Dieses arbeitet zur Umsetzung der Projektaktivitäten mit den Gesundheitskomitees der jeweiligen Stadtteile sowie dem Gesundheitsräten der Städte zusammen.
In dem von der kfd geförderten Projekt werden Frauen zu ehrenamtlichen Gesundheitsarbeiterinnen (Health Workers) ausgebildet. Die Ausbildungen werden in Kooperation mit den Frauengesundheitskomitees der jeweiligen Stadtteile sowie dem Gesundheitsrat vorbereitet und durchgeführt. Zur Vereinheitlichung der fachlichen Qualität der Ausbildungen wurden ein Lehrplan und ein Begleitbuch entwickelt. Die Ausbildung beinhaltet in Theorie und Praxis Grundlegendes der Ersten Hilfe, medizinische Hilfstätigkeiten, Erstversorgung, Pflege und Verabreichung von Medikamenten. In dem Kurs werden folgende Themen behandelt: Umgang mit und Linderung von Fieber, Messen von Blutdruck, einfachere Behandlungen von Knochenbrüchen, Verbinden und Nähen von Wunden, Wundbehandlung, Durchführung von Injektionen, Anlegen von Infusionen. Durch die Ausbildung wird das Bewusstsein über vorbeugende Gesundheitsarbeit ausgeweitet. Sie erweitert den Kreis der Frauen, die eine Akutversorgung von Kranken und Verletzten durchführen können. Durch die erworbenen Kenntnisse ist es den Frauen möglich, Krankheitssymptome besser zu erkennen und darauf selbst angemessen reagieren zu können. Zudem bleiben sie nach dem Abschluss der Ausbildung Teil des Netzwerkes von Frauen für die Gesundheit. Diese Frauen unterstützen in ihrer jeweiligen Kommune die Bevölkerung gesundheitlich und medizinisch. Sie nehmen eine wichtige Brückenfunktion zwischen der Kommune, der Stiftung, dem Gesundheitsrat und auch anderen Einrichtungen für die Basis ein. Mit Hilfe dieses Netzwerkes führt die Stiftung Informationsseminare zur Prävention von Krankheiten wie Parasitenbefall (z.B. Läuse, Krätze, Leishmaniose), zu gynäkologischen Erkrankungen, Entzündungskrankheiten sowie zum Umgang mit Brustkrebserkrankungen, Nierenleiden und auch zur Pflege von bettlägerigen Familienangehörigen durch.
Mit dem anhaltenden Krieg und der rasant steigenden Anzahl an Flüchtlingen aus Syrien und dem Nordirak ist deren Unterstützung eine dringende Notwendigkeit. Deshalb hat die Stiftung ihre Aktivitäten für die Gesundheitsversorgung in den letzten anderthalb Jahren auch auf die Flüchtlingslager ausgeweitet.
Das Gesundheitskomitee hat im Rahmen des Projektes folgende Aktivitäten durchgeführt:

  • Im Jahr 2016 wurden insgesamt 346 Ausbildungen von Frauen zu Gesundheitsarbeiterinnen durch-geführt: 255 in Qamishlo, 59 in der Stadt Serê Kaniyê und 32 Frauen aus dem Flüchtlingscamp Roj.
  • Im ersten Halbjahr von 2017 wurden 138 Frauen ausgebildet: 49 in Qamishlo, 26 in Serê Kaniyê, 20 in Girke Lege, 25 in der Stadt Derîk und 18 Camp Roj.
  • An Informationsveranstaltungen im Jahre 2016 zu Themen wie Orthopädie, Innere Medizin, Krebserkrankungen, Prävention von Krankheiten wie Parasitenbefall (z.B. Läuse, Krätze, Leishmaniose), zu gynäkologischen Erkrankungen, Entzündungskrankheiten sowie zum Umgang mit Brustkrebser-krankungen, Nierenleiden, Diabetes, Gelbfieber und auch zur Pflege von bettlägerigen Familienangehörigen haben insgesamt 353 Frauen teilgenommen.
  • In Qamishlo, und in Tebqa (nahe Derîk) wurden zwei weitere Gesundheitszentren für Frauen und Kinder eröffnet. Dort arbeiten jeweils eine AllgemeinmedizinerIn und drei bzw. vier Mitarbeiterin-nen, darunter eine Hebamme und Krankenschwestern. In den Städten brauchte es eine Weile, um das Zentrum bekannt zu machen.
  • Im Gesundheitszentrum in Serê Kaniyê konnte die medizinische und therapeutische Versorgung der Frauen und Kinder stabilisiert werden. Die Zahl der versorgten Patientinnen ist stetig steigend.
  • Das Gesundheitszentrum in Qamishlo konnte im 1. Halbjahr von 2017 bereits 630 PatientInnen ver-sorgen.
  • Das Gesundheitszentrum im Tebqa wurde vom ersten Moment an sehr gut angenommen. Seit sei-ner Gründung Anfang Juni 2017 konnten bereits 130 PatientInnen medizinisch versorgt werden.
  • In den Flüchtlingscamps im Roj und Hol hat die Stiftung kleine Büros eingerichtet, von denen aus sie mit der Ausbildung von Frauen begonnen hat, mit deren Hilfe eine Gesundheitsversorgung in den Camps aufgebaut wird.
  • Im Rahmen der Arbeiten im Flüchtlingscamp Roj wurden 32 und im Camp Hol ebenfalls eine Gruppe von Frauen zu Gesundheitsarbeiterinnen ausgebildet. Aus diesen wurde je ein Team von Frauen für die Gesundheitsarbeit der Stiftung in den Camps zusammengestellt.
  • Das Gesundheitskomitee im Camp Roj hat mehrere psycho-edukative und medizinische Seminare angeboten (teilweise gefördert von Medico Schweiz):
    - zum Thema Auswirkungen von traumatisierenden Erlebnissen
    - Seminare mit einer Gynäkologin im Camp
    - zu Brustkrebs.

Die Angebote wurden sehr gut angenommen.
Weitere Maßnahmen, die die Stiftung zur Verbesserung der gesundheitlichen Situation durchgeführt hat, waren:

  • Begleitend zur Verteilung von 200 Shampoos gegen Läuse in den Kindergärten wurden den Eltern, Kindern und Betreuerinnen von dem Komitee Informationen zur Vorbeugung und Behandlung vermittelt.
  • Zur Stärkung der Ernährung und Abwehrkräfte der Kinder wurde Milch für 300 Kinder in den Kinder-gärten verteilt.
  • Gespendete Wasserfilter wurden verteilt.

In Flüchtlingscamps wurden Impfungen durchgeführt.
Zahlreiche Frauen haben im Anschluss an die Ausbildung Verantwortung im lokalen Gesundheitswesen, wie beispielsweise durch die Mitarbeit in den lokalen Gesundheitszentren oder in den Gesundheitskommissionen der Kommunen, übernommen. So nehmen auch Vertreterinnen des Komitees regelmäßig an dem Treffen des Gesundheitsrates teil. Dort werden die Angelegenheiten der Gesundheitsversorgung und des Gesundheitssystems diskutiert und beschlossen und dort bringen sie ihre Anliegen, ihre Erfahrungen und Vorschläge ein.
Wichtiges Standbein der Gesundheitsversorgung sind die drei Gesundheitszentren für Frauen und Kinder in Serê Kaniyê, Qamishlo und Tebqa (nahe Derîk). Hier wird eine steigende Zahl von Frauen und Kindern medizinisch versorgt. Das in 2017 neu eröffnete Gesundheitszentrum in Tebqa erhielt eine Anschubfinanzierung. Sobald das Zentrum bekannter und von mehr Patienten genutzt wird, trägt es sich zum Teil selbst, da in der Regel ein Kostenbeitrag zu entrichten ist. Die an die Gesundheitszentren vergebenen Zuschüsse stellen die Versorgung armer Familien sicher.
Das Gesundheitskomitee der Stiftung konnte im Rahmen des Projektes und dank der Unterstützung der kfd die Frauen in den Kommunen und Räten durch den Zugang zu Wissen und den Aufbau eines Frauengesundheitsnetzwerkes zur Prävention von Krankheiten und zur Versorgung von Kranken und Verletzten deutlich stärken. Vor allem die Frauen, die in diesem Projekt mitwirken, sind eine Motivation für weitere Frauen und Mädchen, sich zu bilden und sich mit ihrem Wissen und ihren Begabungen für die Verbesserung der Lebenssituation der eigenen Gesellschaft einzusetzen. Dadurch wurde die Rolle der Frauen innerhalb der Familie und in der Gesellschaft deutlich gestärkt.
Geplant ist, im weiteren Verlauf des Projekts die Arbeiten fortzuführen und auszuweiten.

Text: Meike Nack, Stand 31.07.2017

Eine Bilddokumentation zu diesem Bericht finden Sie hier

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