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Projektbericht, Dezember 2016

Das Projekt Stärkung der Gesundheitsversorgung in den Kommunen durch den Aufbau von Gesundheitszentren, die Ausbildung von Gesundheitsarbeiterinnen und Aufklärungsseminare wurde von der kfd im Bistum Trier unterstützt und von der WJAR „Stiftung der Freien Frau in Rojava“ durchgeführt. Für die Organisierung aller Projektaktivitäten war das Gesundheitskomitee von WJAR verantwortlich.
Rojava Qanaswes 2016
In dem von der kfd des Bistum Triers geförderten Projekt werden Frauen zu ehrenamtlichen Gesundheitsarbeiter-innen (Health Workers) ausgebildet. Die Ausbildungen werden von der Gesundheitskommission der Stiftung vorbereitet und durchgeführt. Zur Vereinheitlichung der inhaltlichen Qualität der Ausbildungen hat diese ein Begleitbuch und einen Lehrplan entwickelt. Die Ausbildung beinhaltet in Theorie und Praxis Grundlegendes der ersten Hilfe, medizinische Hilfstätigkeiten, Erstversorgung, Pflege und Verabreichung von Medikamenten. In dem Kurs werden folgende Themen behandelt: Umgang und Linderung von Fieber, Messen von Blutdruck, einfachere Behandlungen von Knochenbrüchen, Verbinden und Nähen von Wunden, Durchführung von Injektionen, Anlegen von Infusionen. Durch die Ausbildung wird das Bewusstsein zur vorbeugenden Gesundheitsarbeit ausgeweitet. Sie erweitert den Kreis an Frauen, die eine Akutversorgung von Kranken und Verletzten durchführen können. Durch die erworbenen Kenntnisse ist es den Frauen möglich, Krankheitssituationen besser einzuschätzen und darauf selbst angemessen zu reagieren. Zudem bleiben sie nach dem Abschluss der Ausbildung Teil des Gesundheitsnetzwerkes der Stiftung. Mit Hilfe dieses Netzwerkes führt die Stiftung Aufklärungsseminare zur Prävention von Krankheiten wie z.B. Parasitenbefall (wie Leishmaniose etc.), gynäkologische Krankheiten, etc. durch.
Mit dem anhaltenden Krieg und der rasant steigenden Anzahl an Flüchtlingen aus Syrien und dem Nordirak ist deren Unterstützung dringend nötig. Die Stiftung hat dazu ihre Arbeiten im letzten halben Jahr auch im Gesundheitsbereich ausgeweitet.
Das Gesundheitskomitee hat im Rahmen des Projektes folgende Aktivitäten durchgeführt:

  • Das Komitee hat 255 Frauen in Qamischlo und 59 Frauen in Serê Kaniyê zu Gesundheitsarbeiterinnen ausgebildet.
  • An Informationsveranstaltungen zu Themen wie Orthopädie, Gynäkologie, Innere Medizin, Krebserkrankungen und Gelbfieber haben insgesamt 353 Frauen teilgenommen.
  • In Qamischlo wurde ein weiteres Gesundheitszentrum für Frauen und Kinder eröffnet, in dem ein Arzt und mehrere Mitarbeiterinnen arbeiten. Nach anfänglichen Schwierigkeiten aufgrund des Mangels an Bekanntheit und Medikamenten, wird das Zentrum mittlerweile gut angenommen. Es wurden im letzten Jahr knapp 500 Frauen und Kinder behandelt.
  • Im Rahmen der Arbeiten im Flüchtlingscamp Roj wurden 32 Frauen zu Gesundheitsmitarbeiterinnen ausgebildet. Mit einigen von ihnen wird WJAR ein Gesundheitssystem im Camp aufbauen. Das Komitee hat zudem mehrere psycho-edukative Seminare zum Thema Auswirkungen von traumatisierenden Erlebnissen und ein Seminar mit einer Gynäkologin im Camp angeboten. Die Angebote werden sehr gut angenommen.
  • Begleitend zur Verteilung von 200 Shampoos gegen Läuse in den Kindergärten wurden den Eltern, Kindern und Betreuerinnen von dem Komitee Informationen zur Vorbeugung und Behandlung vermittelt.
  • Zur Stärkung der Ernährung und Abwehrkräfte der Kinder wurde Milch für 300 Kinder in den Kindergärten verteilt.

Zahlreiche Frauen haben im Anschluss an die Ausbildung Verantwortung im lokalen Gesundheitswesen, wie beispielsweise durch die Mitarbeit in den lokalen Gesundheitszentren oder in den Gesundheitskommissionen der Kommunen, übernommen. So nehmen auch Vertreterinnen des Komitees regelmäßig an dem Treffen des Gesundheitsrates teil, in denen die Angelegenheiten der Gesundheitsversorgung und des Gesundheitssystems diskutiert und beschlossen werden, um ihre Anliegen, ihre Erfahrungen und Vorschläge mit einzubringen.
Das Gesundheitskomitee konnte im Rahmen des Projektes und dank der Unterstützung der kfd im Bistum Trier die Frauen in den Kommunen und Räten durch den Zugang zu Wissen und den Aufbau eines Frauennetzwerkes zur Prävention von Krankheiten und zur Versorgung von Kranken und Verletzten deutlich stärken.
Ausblick: Für das Jahr 2017 ist u.a. in Qamischlo der Aufbau einer Mutter-Kind-Klinik geplant.

Text: Meike Nack, Stand 31.12.2016

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