Rote Karte für Katar

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kfd unterstützt Online-Petition und Appell an Außenministerin Baerbock vor der Fußball-WM

Trier – Missio Aachen kämpft für Arbeitsmigrantinnen in Haushalten und startet eine Postkarten-Aktion „Frauen schützen in Katar“, der sich die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) im Bistum Trier anschließt.
Laut Missio verdienen Arbeitsmigranten als Hilfen in Haushalten in Katar umgerechnet rund 230 Euro im Monat bei Arbeitszeiten zwischen 15 und 20 Stunden am Tag. Das bringe die Frauen, die in ihren Heimatländern oft viel Geld für Gebühren an Vermittlungsagenturen zahlten, „in absolute Abhängigkeit“.
Arbeitsmigrantinnen und andere Frauen müssen in Katar besser geschützt werden, denn sie sind doppelt gefährdet: Sie arbeiten nicht nur für einen Hungerlohn, sondern werden oft auch Opfer sexueller Gewalt. Neun von zehn der Arbeitsmigrantinnen seien in den katarischen Haushalten sexuellem Missbrauch und Vergewaltigung ausgesetzt. Zeigen sie ihre Peiniger an, riskieren sie selbst eine Anklage wegen außerehelichen Geschlechtsverkehrs. Im Falle einer Verurteilung drohen ihnen Peitschenhiebe und eine Gefängnisstrafe, erklärte Missio. Die Gerichte in Katar würden die betroffenen Frauen verurteilen und nicht die Täter, wegen der Missachtung des Verbots von außerehelichem Geschlechtsverkehr. Die Arbeitsmigrantinnen seien sich der Situation bewusst, aber sie bräuchten das Geld, um ihre Familien in der Heimat zu versorgen. Laut Missio bilden zum Beispiel Überweisungen nach Nepal ein Viertel des dortigen Bruttosozialproduktes.
„Dieses Gesetz ist grausam für die Opfer. Stoppt diese Rechtsprechung! Hebt dieses Gesetz auf“, fordert Missio-Projektpartnerin Schwester Mary John Mananzan und unterzeichnen Sie die Petition „Frauen schützen in Katar“.
Die Stimmen aller Unterzeichnerinnen und Unterzeichner werden im November 2023 der Außenministerin übergeben.

Text: Petra Erbrath
Foto: Missio

 

Rote Karte für Katar
Vor dem Start der Fußball-WM: kfd unterstützt die Aktion von Missio und zeigt Katar die Rote Karte. Foto: Missio