Waldrach

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Geistliches Wort – Für Menschenrechte in der Modeindustrie

Das geistliche Wort im Pfarrbrief Nr. 01/2021 der Pfarreiengemeinschaft Waldrach hat Gemeindereferentin Pia Tholl verfasst:

Starke Frauen. Faire Arbeit in Bangladesch. Für Menschenrechte in der Modeindustrie.

So heißt eine virtuelle Ausstellung der katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands-kfd in
der Diözese Trier, die Sie im Internet unter: kfd-trier-projekte.de finden.
In acht Porträts beschreibt die Ausstellung das Leben der Textilarbeiterinnen. Ein großer Teil unserer Mode wird in Bangladesch und Indien produziert – hauptsächlich von Frauen. Für sie ist Gewalt in den Fabriken bitterer Alltag. Misshandlungen und Schläge, sexuelle Belästigung, Beschimpfungen und Drohungen sind an der Tagesordnung. Mit der Kampagne gegen Gewalt an Textilarbeiterinnen kämpft die kfd für menschenwürdige Arbeitsbedingungen der Arbeiterinnen in Bangladesch – frei von physischer oder seelischer Gewalt. In dieser Ausstellung bekommen Frauen einen Namen und ein Gesicht, sie erzählen uns ihre Geschichte – sie wollen uns ansprechen und berühren. Die Näher:innen in Bangladesch bekommen die Folgewirkungen der Corona-Pandemie immer stärker zu spüren. Mühsam erkämpfte Fortschritte beim Arbeitsrecht werden ausgehebelt, die geschlechtsspezifische Gewalt nimmt dramatisch zu.
Frauenrechte sind Menschenrechte! Deshalb hilft das derzeitige Projekt der kfd beim Aufbau von Gewalt verhindernden Strukturen, unterstützen Textilarbeiter:innen mit Trainings und kostenloser Rechtsberatung, und schafft Kooperation mit FEMNET durch Aufklärung und Kampagnenarbeit Bewusstsein für den notwendigen Wandel in der Bekleidungsindustrie.

Haben Sie auch Kleidung aus Bangladesch in ihrem Kleiderschrank?

Ich habe nachgeschaut und muss gestehen, dass einige Teile dort hergestellt wurden. In Deutschland wird sehr viel Kleidung gekauft. 15 bis 20% davon werden nie oder nur einmal getragen. Die Altkleider-Berge sind riesengroß. Die Modeindustrie reagiert auf unser Kaufverhalten – möglichst viel und möglichst billig.
Mit ihrem Positionspapier „nachhaltig und geschlechtergerecht weltweit“ trifft mein Frauenverband, die „Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands“, kfd, dem ich schon über 30 Jahre angehöre, genau meine Vorstellungen für eine zukünftige Welt.Ich habe mir im neuen Jahr unter anderem vorgenommen, bewusster und weniger Kleidung
einzukaufen und damit unsere Umwelt und Gottes Schöpfung zu schonen.

Vielleicht ist das auch für Sie eine Option.

Text: Pia Tholl, Gemeindereferentin
Bild: Femnet eV