Sie sind hier: 

    Dein Licht. Unsere Stärke.

    Ehrung für Rita Monz, kfd-Wiesbach, mit dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland

    Zwei Personen bei einer Auszeichnung vor den Flaggen Deutschlands und der Europäischen Union.

    Dr. Magnus Jung, Minister für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit des Saarlandes, überreicht Rita Monz das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland.

    Gruppe von Menschen in einem Raum mit drei Fahnen im Hintergrund, eine Person hält eine Urkunde.

    Rita Monz im Kreise von Mitgliedern der Hayat-Gruppe, des Frauenrates Saarland, des kfd-Diözesanvorstandes und kfd-Frauen sowie Minister Dr. Magnus Jung.

    Saarbrücken, Mai 2026 – Rita Monz wurde von Dr. Magnus Jung, Minister für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit des Saarlandes mit dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Er überbrachte die Ehrung im Auftrag des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier.

    Der Minister würdigte das außerordentliche soziale, gesellschafts- und kirchenpolitische Engagement von Rita Monz mit einer Feierstunde in den Räumen des Ministeriums in Saarbrücken. Mit den Worten „Heute ehren wir eine Frau, die über viele Jahre hinweg für ehrenamtliches Wirken in besonderer Weise für Mitmenschlichkeit, gesellschaftlichen Zusammenhalt und gelebte Verantwortung steht. Mit der Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande der Bundesrepublik Deutschland würdigen wir das außergewöhnliche Engagement von Rita Monz, das weit über einzelne Projekte hinausgeht. Es ist Ausdruck einer Haltung, die von Menschlichkeit, Mut, Gerechtigkeitssinn und tiefer sozialer Verantwortung geprägt ist.“ begrüßte Minister Jung die Gäste aus Familie, Landesfrauenrat, Ortsgemeinderat und kfd aus Wiesbach, kfd-Diözesanverband, der Hayat-Gruppe sowie die Mitarbeiteri:nnen des Ministeriums

    Er würdigte Monz für ihr Leben im Dienst anderer. Beispielhaft nannte er ihren langjährigen Einsatz gegen Gewalt an Frauen und für die Gleichberechtigung mit ihrem Engagement im Frauenrat Saarland, in der Diözese Trier, im kfd-Diözesanverband und im Netzwerk Diakonat. Sie sei eine „Brückenbauerin in der Flüchtlingshilfe“ so der Minister. Mit großer Offenheit und Herzlichkeit schuf sie Räume der Begegnung und des Vertrauens z. B. in ihrer Ortsgemeinde Wiesbach, gemeinsam mit der kfd, der von ihr mitgegründeten Hayat-Gruppe und Gemeindemitglieder. Hervorgehoben werden muss die Geschichte der kleinen Maria. Sie wurde nach einer Flucht aus Syrien im August 2015 als Frühchen in der 24. Schwangerschaftswoche geboren. Rita Monz organisierte mit vielen Helfer:innen die Begleitung und Unterstützung der Familie. Inzwischen besucht Maria die Rothenbergschule. Für Rita Monz wurde diese unendliche Kraft, mit der die kleine Maria um ihr Leben kämpfte, zu einer Antriebsfeder.

    Rita Monz stehe beispielhaft für eine Gesellschaft, die von Solidarität lebt. Für eine Haltung die Menschen nicht bewertet, sondern unterstützt. Und für die Überzeugung, dass gesellschaftlicher Zusammenhalt dort entsteht, wo Menschen Verantwortung füreinander übernehmen. Mit tiefempfunden Dank, große Anerkennung und Respekt überreichte Minister Dr. Magnus Jung das Verdienstkreuz.

    Ortsvorsteher Stefan Löw dankte Rita Monz im Namen aller Wiesbacher:innen für ihr vielfältiges, zuverlässiges Engagement und der guten Zusammenarbeit.
    Dem schloss sich Ursula Hoffmann von der kfd-Wiesbach an. Sie überreichte stellvertretend eine Freundschaftslaterne an die „Perle der kfd-Wiesbach“.
    Carla Brittner und Rita Ney überreichten im Auftrag des kfd-Diözesanvorstandes symbolisch einen Weinstock mit einer Kerze „Dein Licht. Unsere Stärke.“ – Rita Monz als Lichtspenderin für viele in der kfd, auf Bundes-, Diözesan-, Dekanats- und Ortsebene.
    Eva Groterath, Vorsitzende des Frauenrats Saarland, dankte Rita Monz für ihren unermüdlichen Social-Media-Einsatz im Vorstand und für die Frauenthemen, die sie immer wieder „mitbringt“.

    Rita Monz nutzte die Gelegenheit und bedankte sich bei den anwesenden Gästen und ihrer Familie für die Unterstützung. Jede Einzelne und jeden Einzelnen würdigte sie mit gemeinsamen Erfahrungen, kleinen und großen Geschichten, die verbinden. „Neben euch allen, müssten an diesem Tag noch so viele andere stehen, die mich auf meinem Weg in der kfd gestärkt haben, die mir Kraft und Mut gaben und geben, laut und furchtlos zu sein, und mich für das einzusetzen, was mir wichtig, was mir eine Herzensangelegenheit ist, nämlich nicht zu schweigen, wenn es um die Rechte insbesondere von Frauen geht. Denn gerade in der katholischen Kirche ist die Gleichberechtigung von Frauen noch in weiter Ferne. Dabei ist es höchste Zeit für mehr Geschlechtergerechtigkeit in unserer Kirche. Die Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche leidet, solange sie Frauen kategorisch von allen Weiheämtern und Diensten ausschließt.“

    Wichtig ist Rita Monz die Gründung der Hayat-Gruppe 2017 in Wiesbach. Zur Hayat-Gruppe gehören Frauen aus Afghanistan, Syrien, der Türkei, aus der Ukraine und Deutschland. Sie sind assyrisch, muslimisch, katholisch, kurdisch, Frauen, Mütter, Schwestern, Töchter und Freundinnen. „Wir teilen Freude und Kummer, Lachen und Weinen. Wir wollen leben, miteinander, in Frieden und in Vielfalt. Wir stehen auf für ein Leben in Liebe und Gerechtigkeit. Wir machen Ausflüge und nehmen vor allem rege am Gemeindeleben in Wiesbach teil, u. a. an den Wiesbacher Kulturtagen.“ so Monz.

    Zu Ihrem Engagement im Landesfrauenrat betont sie „Gerade verändert sich sehr viel, zum Nachteil von uns Frauen. Erfolge, die wir in Sachen Gleichstellung schon auf der sicheren Seite glaubten, werden gerade von konservativen Kräften in Frage gestellt. Antifeminismus macht sich breit. Dabei ist die Gleichstellung aller Menschen im Grundgesetz verankert. Sie ist das Fundament einer lebendigen Demokratie. Fehlende Parität und Geschlechtergerechtigkeit schwächen die gesellschaftliche Stabilität. Sie machen Demokratien anfällig für Populismus. Wir spüren aktuell, wie wichtig und unverzichtbar der Schulterschluss mit unseren Bündnispartnerinnen, unseren Mitgliedsverbänden und den Landesfrauenräten in den übrigen Bundesländern ist, damit nicht noch weiter an der Gleichstellungsschraube zum Nachteil von Frauen gedreht wird.“

    „Ich danke und freue mich von ganzem Herzen über die Ehrung, die ganz und gar nicht mir allein gebührt. Ich nehme sie stellvertretend für uns alle an, als verbindendes Element, für die gemeinsame Zeit, die war, die ist und die noch kommen wird.“ so Rita Monz zum Abschluss ihrer Ordensverleihung.

    Text: Petra Erbrath, ehemalige geschäftsführende kfd-Diözesanreferentin
    Fotos: Staatskanzlei des Saarlandes/Tourioglou