Der Equal Pay Day markiert symbolisch den Tag im Jahr, bis zu dem Frauen in Deutschland durchschnittlich arbeiten müssen, um den Bruttoverdienst der Männer aus dem Vorjahr zu erreichen. Im Jahr 2025 betrug der Unterschied 16 Prozent und somit „feiern“ wir Equal Pay Day am 27. Februar 2026.
Bereits im Jahr 2010 beteiligte sich der Fachausschuss Frauen und Erwerbsarbeit im kfd-Diözesanverband Trier an der Kampagne des nationalen Aktionsbündnisses EPD, das auf Initiative des BPW (Business and Professional Women) Germany gegründet wurde. Bedenkt man, dass in dem betreffenden Jahr die Lohnlücke 22 Prozent betrug und der EPD am 26. März 2010 stattfand, bewegen wir uns in sehr kleinen Schritten.
Dies erstaunt umso mehr, wenn man die derzeitig höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen in den verschiedensten Berufsfeldern sieht. Aus diesem Grund nimmt die Equal Pay Day Kampagne 2026 explizit in den Blick, wie sich die geschlechtsspezifische Lohnlücke im Laufe des Lebens von Frauen entwickelt. Vom Erlernen von Rollenbildern in Kindheit und Jugend – wobei Elternhaus und Schule eine große Rolle zukommt – , über die Berufswahl, Familiengründung bis hin zur Rente, die nicht selten in Altersarmut endet. Betrachtet man die verschiedenen Lebensabschnitte und die Auswirkungen der jeweils getroffenen Entscheidungen, bedingt durch gesellschaftliche, familiäre, wirtschaftliche und politische Strukturen wird deutlich, welche Stellschrauben eine Lohngleichheit immer wieder und auch weiterhin erschweren.
Das Aktionsbündnis zum EPD veröffentlicht zu jedem Kampagnenthema immer sehr interessante Hintergrundinfos, Interviews etc. in einem Journal, das Interessierte hier herunterladen können. So z. B. eine Darstellung zum EPD im Bundesländervergleich von Andrea Jochmann-Döll, Referentin einer unserer Veranstaltungen, oder das Interview „Ob Mutter oder nicht, macht im Vergleich um Gehalt der Väter kaum einen Unterschied“ mit der Ökonomin Sophie Achtleitner. Hier wird deutlich, wie tradierte Rollenbilder die Lohnlücke beeinflussen können.
Um eine wirtschaftliche Gleichstellung von Frauen zu erreichen, muss das Thema gleiche Bezahlung nicht nur punktuell, sondern jeden Tag im Blick sein. In diesem Zusammenhang macht der Fachausschuss besonders auf das interaktive Spiel „GLEICH GEWINNT“ aufmerksam. Es wurde von den gesellschaftspolitischen Referentinnen der kfd-Bundesgeschäftsstelle, Helga Klingbeil-Weber und Natalie Mittler, entwickelt. Lebens- und praxisnah können die Spielenden hier an verschieden Stationen erfahren, wie sich getroffene Entscheidungen auf Zeit- und Geldressourcen auswirken und welche Konsequenzen daraus langfristig erfolgen. Im Sinne von Equal Pay every Day!
Die beiden Fachausschüsse „Frauen und Erwerbsarbeit“ sowie Haushaltswirtschaft und Verbraucherthemen haben dieses Spiel bei den Begegnungsfesten 2025 und an einem Studientag im vergangenen Jahr vorgestellt und mit Frauengruppen erprobt. Aus dieser Erfahrung heraus bieten Vertreterinnen der beiden Fachausschüsse an, das Spiel bei interessierten kfd-Gruppen im Rahmen eines Treffens vorzustellen und zu erproben. (siehe Referentinnen-Angebote)
Der Fachausschuss Frauen und Erwerbsarbeit veranstaltet in diesem Jahr keine eigene Aktion zum EPD und ruft kfd-Frauen auf, vor Ort am oder um den 27. Februar 2026 herum bei Veranstaltungen und Aktionen vor Ort teilzunehmen und zu unterstützen.
Petra Löwenbrück
Sprecherin des diözesanen Fachausschusses Frauen und Erwerbsarbeit
