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08.07.2020 16:06 Alter: 35 days

Die Enttäuschung überwiegt aber auch teilweise Erleichterung

bei den Mitgliedern der kfd zum Stopp aus Rom bzgl. der Synodenumsetzung im Bistum Trier


Trier – Der Diözesanvorstand der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) bewertet in seiner Sitzung die aktuellen Entwicklungen der Bistumssynode und die Konsequenzen für den Verband. Im März überreichte der Bundesverband über 131.000 Unterschriften für eine geschlechtergerechte Kirche. Die Rückmeldungen aus Rom zum Synodenprozess im Bistum Trier werden von den Vorstandsmitgliedern als herber Rückschlag empfunden.
Das „Nein“ zum geplanten Leitungsteam und die Betonung der Stellung des Priesters als „Hirte“ und Leiter der Gemeinde, gebunden an das Weiheamt, sind aus Sicht der kfd ein Rückschritt zur „Priester-Zentriertheit“ in der Kirche. Der Rat berät den leitenden Pfarrer, eine Mitbestimmung im Sinne von Mitentscheidung ist nicht vorgesehen. Zementiert wird die Macht des Priesters. Hier sah das „Trierer Gremien Modell“ eine gemeinsame Verantwortung und Entscheidungskompetenz vor.
Einige kfd-Mitglieder waren mit Begeisterung und großem Engagement Synodale. Sie sahen, so Ulrike Hoffmann, kfd-Diözesanvorstandsmitglied, in dem neuen Leitungsmodell die Möglichkeiten, dass Frauen mehr Mitbestimmung und Verantwortung erhalten. Sie erlebt, dass die Kompetenz und Charismen der Laien aufgegeben werden und sich viele ehrenamtliche Frauen aus Enttäuschung zurückziehen.
Innerhalb des Frauenverbandes mit seinen 400 örtlichen Gemeinschaften, bestanden auch Ängste und Widerstände, dass in den großen geplanten Räumen ihre Arbeit und Gemeinschaft nicht weiterbestehen kann. Diese Sorgen konnten teilweise aufgearbeitet und ausgeräumt werden. Die kfd versteht sich als Ort von Kirche und hat mit dieser Perspektive den Strukturwandel im Bistum im Rahmen des synodalen Prozesses aktiv unterstützt.
Wir bedauern, dass Rom eine Chance verpasst hat, sehen dies für unser Bistum als Rückschritt und werden uns als kfd verstärkt für Frauenorte in der Kirche einsetzen und lebendig halten, so Margot Klein, kfd-Diözesanvorsitzende.
Hintergrund:
Am 21. Juni 2019 hat die kfd-Bundesversammlung das Positionspapier "gleich und berechtigt. Alle Dienste und Ämter für Frauen in der Kirche" einstimmig verabschiedet. Die kfd ist der festen Überzeugung, dass eine wirkliche Erneuerung der Kirche Jesu Christi nur gelingt, wenn Frauen alle Dienste und Ämter in der Kirche offenstehen.

Text: Pressemitteilung kfd-Diözesanvorstand, v.i.S.d.P.
Foto: Roswitha Hillen


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