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17.06.2020 16:44 Alter: 24 days

kfd spendet 6.150 Euro für Textilarbeiterinnen als Corona Soforthilfe in Bangladesch

Produktionseinbrüche und Massenentlassungen in Bangladesch sind die Ursache für Hunger, Armut und Verlust der Unterkunft als Folge der Corona-Pandemie. Überproportional stark sind Frauen betroffen. Von vier Millionen Beschäftigte in der Bekleidungsindustrie, sind 3,2 Millionen Frauen. Zu ihrer Unterstützung hat FEMNET einen Corona Nothilfefond eingerichtet. Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) im Bistum Trier hilft unbürokratisch in der akuten Notlage mit einer ersten Spende in Höhe von 6.150 Euro.


Bangladesch Corona Hilfe
„Thank you FEMNET for your support” titeln die Plakate des NGWF-Teams,
die Lebensmittelhilfen an bedürftige Textilarbeiter*innen verteilen.

Trier, 17. Juni 2020 – Die Bekleidungsindustrie macht mehr als 80% der jährlichen Exporte Bangladeschs aus und ist in hohem Maße von Markenbestellungen aus den USA und der EU abhängig, den größten Handelspartnern des Landes im Textil- und Bekleidungssektor und dem bisherigen Epizentrum des Corona Virus. Bangladesch hat die Krise deshalb stark getroffen. 826,42 Millionen Exportaufträge im Wert von 2,67 Milliarden US-Dollar wurden von globalen Käufern storniert und/ oder aufgeschoben, d.h. 52% der Textilfabriken in Bangladesch haben mit Stornierungen ihrer Aufträge zu kämpfen und die Käufer weigern sich Kosten für Rohmaterialien und für die Produktion zu zahlen. 1 Millionen Arbeiter*innen wurden gekündigt, meist Frauen.
Shefali ist 18 Jahre alt und arbeitet in einer Textilfabrik in Dhaka. Mit ihrem Einkommen unterstützt sie ihre Familie als Alleinverdienerin. Auf Grund der Corona-Pandemie erhielt sie allerdings nur 60% ihres März Gehaltes. Nachdem die Fabrik dann noch zwei Monate im April und Mai schließen musste, erhielt Shefali weder Arbeitsmöglichkeiten noch irgendwelche Lohnzahlungen. Mit dem reduzierten Gehalt konnte sie nicht alle Ausgaben für Hausmiete, Lebensmittel, Kindererziehung, Transport und Medikamente für sich und die sechsköpfige Familie übernehmen. Shefali ist froh, dass sie eine Nahrungsmittelhilfe über den FEMNET Corona Nothilfefonds erhalten kann: “It will help me for some days”.
Nur ca. die Hälfte der 4.000 Fabriken in Bangladesch haben die Produktion wieder aufgenommen. Offiziell sollen die Fabriken bei der wiederaufgenommenen Produktion Arbeits- und Gesundheitsschutzmaßnahmen einhalten, um die Arbeiter*innen zu schützen und eine Ausbreitung des Corona-Virus einzuschränken. Allerdings werden die Sicherheitsabstände oft nicht eingehalten und es gibt keine Seife und fließendes Wasser zum Händewaschen.
Ein kleiner Hoffnungsschimmer sind Verhandlungen zwischen EU und Bangladesch. Diskutiert werden staatliche Unterstützungen in Form von Einkommenszahlungen für arbeitslose und freigestellte Textilarbeiter*innen. Sie sollen ab Juli die Situation der Menschen für immerhin drei Monate verbessern.

Hintergrund: „Starke Frauen. Faire Arbeit in Bangladesch. kfd für Menschenrechte in der Modeindustrie.“ ist das diözesane kfd-Spendenprojekt von 2020-2023.
Gemeinsam mit FEMNET setzt sich die kfd gegen Gewalt und für Hilfe zur Selbsthilfe ein, um den Teufelskreis aus Existenzangst und Gewalt zu durchbrechen.
Dies gelingt indem die Frauen in Bangladesch über ihre Rechte aufgeklärt werden und lernen, sich gemeinsam zur Wehr zu setzen. Die Arbeiterinnen erhalten juristischen Beistand in arbeitsrechtlichen Fragen und ihre Interessenvertretungen werden gezielt unterstützt. Mit Protesten, Kampagnen und Demonstrationen wird der Druck auf Wirtschaft sowie Politik erhöht und werden Strukturen gegen Gewalt in der Modeindustrie gestärkt.

Text: Petra Erbrath, Hintergrundinformationen von FEMNET
Bild: © NGWF


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