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07.02.2020 08:21 Alter: 155 days

Synodaler Weg - Der lange Weg zur Päpstin

Katholischer Frauenverband erwartet gleichberechtigten Zugang zu allen Diensten und Ämtern in der Kirche. Rita Monz (Mitglied im Diözesanvorstand der kfd im Bistum Trier) ruft als kfd-Netzwerkerin auf: „Wir müssen unsere Macht auf die Straße bringen.“


Prostet der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd)

Das Purpurkreuz als Symbol der kfd für eine geschlechtergerechte Kirche. Das Foto ist während der kfd-Aktion anlässlich der Herbstvollversammlung der DBK 2019 in Fulda entstanden (Quelle: Britta Rausch, kfd Fulda)

Neunkirchen, 06. Februar 2020 - Rita Monz (60) ist eine von bundesweit rund 450 000 Mitgliedern der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd, siehe „Info“). Sie fordern die volle Gleichberechtigung von Frauen und Männern in der Kirche. „Frauen und Männer müssen gleichberechtigten Zugang zu allen Diensten und Ämtern in der Kirche haben“, heißt es in einem Positionspapier. „Wir Frauen sind fähig und willens, volle Verantwortung in allen Diensten und Ämtern in der Kirche je nach unserer Berufung zu übernehmen. Der massive Glaubwürdigkeitsverlust durch klerikalen Machtmissbrauch erfüllt uns mit größter Sorge.“

Rita Monz aus Wiesbach war am Wochenende dabei, als sich in Frankfurt bei der ersten Vollversammlung auf dem „Synodalen Weg“ rund 220 Frauen und Männer zu einer Andacht mit Purpurkreuz-Windlichtern versammelten (die SZ berichtete). Auf diesem „Synodalen Weg“ will sich die angeschlagene Institution katholische Kirche erneuern. Die Kirchenfrauen erheben in diesem Reformprozess laut ihre Stimme. Sie stellen die Machtfrage. Sie fordern Geschlechtergerechtigkeit.

Sie schaue mit Hoffnung auf den „Synodalen Weg“, sagt Rita Monz (verheiratet, ein Sohn), Mitglied des Diözesanvorstands Trier und engagierte Netzwerkerin. „Aber Dialogbereitschaft wird schon lange geäußert, jetzt geht es um konkrete Ergebnisse.“ Am Ende der zwei Prozess-Jahre könnte endlich das Frauen-Diakonat mit Weihe kommen, erwartet Monz. Auch ein erster Schritt Richtung Priesterweihe für Frauen. „Das Diakonat für Frauen ist genauso denkbar wie Priesterin, Bischöfin oder Päpstin.“ Die Berufungen der Frauen müssen endlich ernst genommen werden. Grundsätzlich seien aber die Rahmenbedingungen fürs Amt zu diskutieren.

Am Montag traf sich der kfd-Diözesanvorstand in Trier. „Wir bereiten uns auf die Frühjahrskonferenz der Bischöfe vor“, berichtet Rita Monz. „Am 2. März in Mainz wollen wir 135 000 Unterschriften für eine gleichberechtigte Kirche für Frauen und Männer übergeben. Und wir überlegen: Wie können wir den Synodalen Weg begleiten?“ Frauen müssten auch sichtbarer werden in der medialen Öffentlichkeit, sagt Rita Monz im Gespräch mit unserer Zeitung weiter: „Positionspapiere reichen nicht. Man muss uns sehen. Wir müssen unsere Macht mit bundesweit 450 000 Mitgliedern auf die Straße bringen.“

Was spricht gegen Gleichberechtigung von Mann und Frau in der Kirche? „Biblisch lässt sich nichts ableiten“, stellt Rita Monz fest. „In der Bibel gibt es keine Begründung für den Ausschluss von Frauen.“ Monz weist auf ein Zitat der Kirchenrechtlerin Professor Sabine Demel hin: „Nicht die Zulassung der Frauen zum Weiheamt bedarf der Begründung, sondern der Ausschluss von Frauen.“ Kritiker nennen ein theologisches Ausschluss-Argument, sagt Monz: „Sie berufen sich auf Papst Johannes Paul II., der 1994 in einem Apostolischen Schreiben an die Bischöfe entschied, dass das Priesteramt nur den Männern vorbehalten ist.“ Doch auch der Trierer Bischof Ackermann habe festgestellt: Das Kirchenvolk versteht diese päpstliche Entscheidung nicht mehr.

Nicht alle Frauen stünden hinter den Gleichberechtigungsforderungen. „Es ist noch in Köpfen vieler Frauen, dass Frauen nicht gleichberechtigt sind“, erfährt Monz immer wieder. „Eine Gruppe aus der Eifel hat sich bei uns abgemeldet, weil wir zu feministisch seien. Aber eigentlich waren wir das schon immer. Unsere Positionen werden heute lediglich stärker in der Öffentlichkeit wahrgenommen.“ Und weiter: „Wir müssen Frauen und Männer ins Denken bringen, aber auch lebenslang geprägte Ansichten respektieren.“

Nun sind die Rahmenbedingungen für die Stellung der Frau weltweit sehr unterschiedlich und die katholische Kirche ist eine weltweite. Kann es da einen nationalen Weg geben? „Wenn sich Bischöfe und Kirchenvolk dafür stark machen, warum nicht?“, meint Monz. Ein nationaler Weg sei möglich, auch ein Weg einzelner Bistümer. „Aber der Klageweg nach Rom steht natürlich offen.“

Diskutiert wird auch, ob es bei geschlechtergerechter Kirche weniger Missbrauch gäbe. Monz: „Ich persönlich glaube, dass im System Missbrauch die Strukturen und Hierarchien entscheidend sind. Die müssen aufgebrochen werden. Nur durch die Abschaffung der verkrusteten Machtstrukturen und einer veränderten Sexualmoral innerhalb der Kirche kann Missbrauch verhindert werden.“

Text: Claudia Emmerich, Saarbrücker Zeitung


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