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03.09.2019 17:35 Alter: 12 days

kfd überreicht 6.400 Unterschriften und ca. 2.800 handgestrickte Babysöckchen für eine verlässliche und sichere Geburtshilfe in Deutschland

In Gesprächen mit den Gesundheitsministerinnen des Saarlandes und Rheinland-Pfalz wurden die Probleme und mögliche Handlungsansätze, die sich in den Bundesländern in unterschiedlicher Ausprägung darstellen, sowie die Forderungen der kfd, erörtert.


Saarbrücken, Trier, Mainz - Im Rahmen der Aktion „Ein guter Start für kleine Füße“ überreichte die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) in Saarbrücken einen Teil der gesammelten Unterschriften mit gestrickten Babysöckchen an Monika Bachmann, Ministerin für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie. Sie unterstützt die Forderungen der kfd für eine sichere Geburtshilfe in Deutschland. Sieht aber, dass im Saarland die wohnortnahe Versorgung gesichert ist. Ein großes Problem sind die fehlenden Hebammen im Krankenhaus, als Mitarbeiterinnen oder als Beleghebammen, so Bachmann.

Gespräch mit Monika Bachmann
kfd-Diözesanvorstand und fünfte von links: Ministerin Monika Bachmann, 30. Juli 2019

Im zweiten Gespräch mit Sabine Bätzing-Lichtentäler, Ministerin für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie, in Mainz wurde deutlich, dass insbesondere in ländlichen Regionen eine wohnortnahe Versorgung nicht mehr gewährleistet ist und alternative Lösungen gesucht werden. Derzeit wird die Ausbildung der Hebammen umgestellt, mit dem Ziel das sie attraktiv und kostenneutral wird, denn es gibt viel zu wenige Hebammen, die im Krankenhaus arbeiten möchten oder freiberuflich Geburten begleiten.
Ein wichtiges Thema sind für die Hebammen die Kosten für die Berufshaftpflichtversicherung. Eingeführt wurde ein Sicherstellungszuschlag, die Wirkung ist allerdings umstritten. Bätzing-Lichtentäler fordert eine Evaluation der Wirksamkeit des Sicherstellungszuschlags zum Ausgleich der Berufshaftpflichtversicherung für Hebammen. Dies lehnt der Bundesgesundheitsminister, Jens Spahn ab. Die kfd unterstützt den Vorschlag der Hebammen einen Haftpflichtfond einzuführen.

Gespräch Bätzing-Lichtentäler
kfd-Diözesanvorstand und vierte von links: Ministerin Sabine Bätzing-Lichtentäler, 27. August 2019

Deutlich wurde, der Mangel an Hebammen und die Sorge, dass dies auch zukünftig so bleibt. Die Konsequenz ist, dass nicht nur bei der Geburt, sondern auch für die Vor- und Nachsorge die Versorgung von Mutter und Kind gefährdet ist.
Konsens in beiden Gesprächen war, dass eine qualitativ hochwertige stationäre Geburts-hilfe, insbesondere für Risikogeburten, nur gewährleistet werden kann, wenn das Kran-kenhaus eine gewisse Größe hat um über ausreichendes Personal, Erfahrung und not-wendige Ausstattung zu verfügen. Margot Klein, kfd-Diözesanvorsitzende, widersprach und betonte, dass für die Geburtshilfe nicht wirtschaftliche Faktoren im Vordergrund ste-hen dürfen. Es geht insbesondere in den ländlichen Regionen um familienfreundliche Rahmenbedingungen, dazu gehört auch die medizinische Versorgung incl. Geburtshilfe.
Die gesammelten Unterschriften werden von Mainz nach Berlin weitergeleitet. Nachdem die gestrickten Söckchen an die Gesundheitsministerinnen übergeben wurden, werden sie ihren Weg zu den Neugeboren finden. Im Saarland verteilt die Ministerin persönlich. In Rheinland-Pfalz wird die Ministerin von den kfd-Frauen unterstützt. Sie werden die Ge-burtshilfeeinrichtungen, Hebammen, Krankenhäuser und GynäkologInnen ansprechen.
Fazit: In den Gesprächen wurde deutlich, es braucht eine breite Solidarität, die Länder können nicht alles leisten, die Bundespolitik und Krankenkassen sind auch gefordert. Die kfd wird dranbleiben, wir wollen "Einen guten Start für kleine Füße". Es braucht ein Um-denken wenn wir eine verlässliche und sichere Geburtshilfe in Deutschland gewährleisten wollen. Es geht um Fürsorge und nicht um wirtschaftliche Rentabilität.

Text: Petra Erbrath
Foto1: Frederic Becker, Ministerium Saarbrücken und Foto 2: Petra Erbrath, Mainz


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