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28.06.2019 13:15 Alter: 22 days

Die kfd-Bundesversammlung 2019 setzt Meilensteine

kfd verabschiedet Positionspapier "gleich und berechtigt" zum Zugang von Frauen zu allen Diensten und Ämtern u.v.m.


Die Delegierten der kfd-Bundesversammlung 2019

Mainz, Juni 2019 - 92 Delegierte der kfd-Bundesversammlung stimmen für die Forderung nach der Öffnung aller Weiheämter für die Frauen. Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) - Bundesverband e.V. hat in ihrer jährlichen Bundesversammlung (20. bis 22. Juni) das neue Positionspapier "gleich und berechtigt. Alle Dienste und Ämter für Frauen in der Kirche" verabschiedet. Und zwar - einstimmig mit 92 Ja-Stimmen ohne Enthaltungen.
Die zentrale Forderung aus dem Positionspapier: Daher fordert die kfd mit Nachdruck die volle Gleichberechtigung von Frauen und Männern in der Kirche und den Zugang von Frauen zu allen Diensten und Ämtern in der Kirche.
Bundesvorsitzende Mechthild Heil zum Papier: "Wir sind stolz auf dieses starke Votum, das schwarz auf weiß bestätigt, wofür wir uns seit Jahrzehnten einsetzen. Das Papier zeigt auf, wie sehr die Kirche durch die Zulassung von Frauen zu allen Ämtern gewinnen könnte. Gleichzeitig steht es für die Kraft, den Willen und die Zuversicht von uns Frauen, endlich gleichberechtigt unsere Kirche zu gestalten und zu führen." – Das vollständige Positionspapier finden Sie hier.

Die Delegierten von 1999.

Bereits 1999 hatte die kfd erstmals die Zulassung von Frauen zu allen Diensten und Ämtern gefordert - musste die Forderung nach Konflikten mit der DBK aber wieder zurücknehmen. Diese Delegierten mit Bundesgeschäftsführerin Brigitte Vielhaus (2.v.l.) und Margot Klein (1v.r.), kfd-Diözesanversitzende der kfd Trier, waren 1999 bereits dabei, als die kfd-Leitlinien beschlossen wurden.

Außerdem hat die Versammlung noch ein weiteres Positionspapier verabschiedet:  "nachhaltig und geschlechtergerecht weltweit" - Damit will die kfd Menschen und Politiker*innen in Deutschland auffordern, den Klimawandel zu begrenzen und nachhaltige und gerechte Lebens- und Arbeitsbedingungen weltweit zu ermöglichen. Frauen sind von Klimawandel und ungerechten Handelsbedingungen besonders betroffen. Monika von Palubicki, stellvertretende kfd-Bundesvorsitzende: "Wir alle - Frauen wie Männer, Alt und Jung - haben es in der Hand. Die Erkenntnisse liegen seit Jahrzehnten vor. Gefordert ist unser konsequentes Handeln, denn jeden Tag können wir uns für oder gegen eine gerechte Lebensweise entscheiden." - Das vollständige Papier finden Sie hier.

Daneben wurde zudem die neue Verbandsoffensive "kfd - die macht. für dich. für alle“ auf den Weg gebracht. Sie soll in den kommenden Jahren für eine stärkere Profilierung der kfd sorgen und neue Mitglieder gewinnen.
Damit will die kfd "in eine mutige, engagierte und selbstbewusste Zukunft" aufbrechen, so die stellvertretende kfd-Bundesvorsitzende Prof'in Dr. Agnes Wuckelt: "Das Motto der Verbandsoffensive zeigt, wie wichtig uns als Frauen auch Macht ist. Wir wollen schließlich mitgestalten und etwas verändern! Und 'für dich. für alle.' schließt unsere Mitglieder ebenso ein wie alle Frauen in allen Lebenssituationen."
Den Auftakt zur Offensive bildet die konzertierte kfd-Aktionswoche "Macht Euch stark für eine geschlechtergerechte Kirche!" vom 23. bis 29. September 2019: Bundesweit wird die kfd online und in Straßenaktionen Unterschriften für den Zugang von Frauen zu allen Diensten und Ämtern in der Kirche sammeln.
Als Symbol für diese Forderung dient ihr das "Purpurkreuz", das als Anstecknadel neuen Mitgliedern und Unterzeichner*innen geschenkt wird. Im Großformat wird es zudem Veranstaltungen flankieren und Aufmerksamkeit auf das Thema Geschlechterungerechtigkeit in der katholischen Kirche lenken.
"Wir wollen, dass endlich alle Charismen und die Spiritualität von Frauen wertgeschätzt und ihre Berufungen ernst genommen werden. Dafür machen wir uns stark und haben mit unserem neuen Ämterpapier einen Meilenstein gesetzt. Jetzt gibt es kein Zurück mehr! Denn die Kirche der Zukunft muss endlich von Frauen und Männern gleichberechtigt geleitet werden", so Theologie-Professorin Wuckelt.

Die Themen der Verbandsoffensive.

Weitere Schwerpunktthemen der Verbandsoffensive in den kommenden Jahren sind "Nachhaltigkeit und Schöpfungsverantwortung" sowie "Gleichstellung von Frauen und Männern in der Gesellschaft". Auf dem Foto kfd-Bundesvorsitzende Mechthild Heil und die stv. Bundesvorsitzenden Prof'in Dr. Agnes Wuckelt und Monika von Palubicki.

Ein weiteres Thema der Bundesversammlung war die Parität in der Politik. Es wurde beschlossen, dass sich die kfd dafür einsetzt, dass in allen Parlamenten der Bundesrepublik Deutschland Frauen und Männer je zur Hälfte vertreten sind. Das muss bei einer Wahlrechtsreform sichergestellt werden. Die kfd-Bundesversammlung hat einen entsprechenden Antrag angenommen.
Im Deutschen Bundestag sitzen weniger Frauen als in den vorherigen Legislaturperioden. Auch in den Landesparlamenten ist die Zahl der weiblichen und männlichen Abgeordneten weit von einer Parität entfernt. Ursache hierfür ist vor allem die Aufstellung der Kandidatinnen innerhalb der Parteien. Das gilt sowohl für die Wahllisten der Parteien als auch für die Direktmandate. Durch letztere können Frauen nur als Vertreterin des entsprechenden Wahlkreises in ein Parlament kommen, wenn ihre Partei sie als Direktkandidatin aufstellt. Darüber hinaus bestimmt die Platzierung auf den Wahllisten der Parteien die Chance, ein Parlamentsmandat zu erhalten. In Deutschland wird zurzeit über eine generelle Wahlrechtsreform diskutiert. Hier geht es vor allem darum, die sich aus der Kombination von Direktmandanten und Listenplätzen ergebenden Überhangsmandate einzudämmen.

Logo des Deutschen Frauenrates

Die kfd unterstützt deshalb auch die Unterschriftenaktion des Deutschen Frauenrates.

Daneben wurde u. a. über die Rentengerechtigkeit für in der DDR geschiedene Frauendas Rentenmodell der katholischen Verbände und das Forschungsprojekt zur Mitgliederwerbekampagne informiert und beraten.

Gruppenfoto DV Trier

Drei Tage intensive Tage, auch für die Delegierten der kfd im Bistum Trier, v.l.n.r.: Petra Löwenbrück, Rita Monz, Ulrike Hoffmann, Margot Klein und Gabriele Backendorf.

Text: Rita Monz / Fotos: kfd Bundesverband: Kay Herschelmann, Anne Orthen und Angelika Stehle


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