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21.11.2018 15:22 Alter: 23 days

kfd-Dekanat Koblenz: Unter dem Joch der Stasi

Die Schilderungen der persönlichen Erlebnisse einer Zeitzeugin gewährten Einblick in das System der ehemaligen DDR


Anlässlich des Mauerfalls im November 1989 und zum Gedenken an die Opfer der DDR lud das kfd-Dekanat gemeinsam mit der Frauen Union Koblenz zu einem Vortrag mit dem Titel „Bevormundung in der ehemaligen DDR“ ein.
Zeitzeugin Barbara Große, deren Heimatstädte Mainz und Leipzig sind, schilderte ihre eindrucksvollen Erlebnisse, um zu verdeutlichen wie Diktatur funktioniert. Sie saß monatelang im berüchtigtsten Frauengefängnis der DDR, in Hoheneck, ein. Sie hatte sich lediglich verweigert, die zahllosen Zwänge des DDR-Alltags kommentarlos hinzunehmen. Sie erkundigte sich hartnäckig nach der rechtlichen Grundlage jeder Gängelei. Nach Stellung ihres Ausreiseantrages wurde sie von der Stasi überwacht. 1983 wurde die „RE“, wie rechtswidrig Ersuchende genannt wurden, verhaftet und zu 30 Monaten Haft verurteilt. Nach der Verbüßung der Hälfte ihrer Strafe wurde sie von der BRD freigekauft.
Interessiert, mit einer Gänsehaut und kopfschüttelnd hörte das Publikum den Ausführungen von Frau Große zu.
Für viele von uns heute unvorstellbar. Alle Anwesenden waren einer Meinung: „Das wollen wir nie mehr erleben.“ Die wichtigsten Werte für jeden einzelnen Menschen – Selbstbestimmung, freie Meinung, Würde, Glauben – haben einen unschätzbaren Wert, für die sich ein Engagement lohnt.
Frau Barbara Große wurde für den hochspannenden und sehr emotionalen Vortrag herzlich gedankt.

Text: Angelika Essig