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19.06.2018 15:35 Alter: 34 days

kfd-Dekanat Neuwied: Podiumsdiskussion: Ängste und Sorgen in Zeiten von Migration und Globalisierung

Ein Bericht zur Veranstaltung im Friedrich-Spee-Haus in Neuwied


Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Podiumsdiskussion

Neuwied, Juni 2018 - Die drei katholischen Sozialverbände in Neuwied, die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), Kolpingsfamilie 1860 und die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB), hatten in das Friedrich-Spee-Haus Neuwied zur Podiumsdiskussion eingeladen. Der Titel der Veranstaltung lautete: „Ängste und Sorgen in Zeiten von Migration und Globalisierung“. KAB, Kolping und kfd, die in Neuwied gut zusammenarbeiten, waren aktiv in der Willkommenskultur Ende 2015/Anfang 2016 und sind auch weiterhin für Flüchtlinge engagiert. Als Sozialverbände verkennen sie aber auch nicht die Probleme und Sorgen, die durch die vielen neuen Menschen in Deutschland, ihre Kultur und Mentalität, hervorgerufen werden. Diese Sorgen wollen die drei Verbände nicht den Rechten überlassen, sondern mit christlichem Hintergrund offen zur Diskussion stellen.
Für das Podium konnten sie kompetente Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner gewinnen: Günther Schartz ist Landrat des Kreises Trier-Saarburg, zugleich Vorsitzender des Landkreistages Rheinland-Pfalz, und als Politiker und Verwaltungschef erfahren im Umgang mit Migrantinnen und Migranten und nah an den Bürgerinnen und Bürgern, die sich für Flüchtlinge engagieren. Stephan Augst, von 1988 bis 2009 katholischer Pfarrer in Irlich/Feldkirchen und viele Jahre Dechant in Neuwied, Simon Solbach, junges, lokalpolitisch engagiertes Mitglied des Neuwieder Stadtrates, Mayho Zein, Ende 2015 als syrischer Rechtsanwalt nach Neuwied geflohen, und Rechtsanwältin Zemfira Dlovani aus Koblenz, Jesidin und Repräsentantin für die Chancen der Migration.

Lothar Rademacher, Vorsitzender der KAB begrüßte die anwesenden Gäste und bedankte sich bei den Sponsoren, ohne die diese Veranstaltung nicht möglich gewesen wäre. Hans-Günther Stelter, Journalist, moderierte sehr souverän und wortgewandt. Zu Beginn brachte es Frau Dlovani auf den Punkt: Man muss sich an die Regeln des Migrationslandes halten, die Kultur verstehen und annehmen. Landrat Schartz betonte: Wir müssen die Zugewanderten fordern und Ihnen Spielregeln erklären, sonst entstehen Parallelgesellschaften. Das deutsche Grundgesetz muss die Orientierung des Handelns sein, nicht die Scharia. Simon Solbach ergänzte, dass es wichtig ist unser Frauenbild deutlich zu machen. Pastor Augst brachte noch eine andere Facette in die Diskussion: Wir haben nicht zu viel Islam, wir haben zu wenig Christentum. Moderator Stelter fasste zusammen: Werte leben, sich auf Augenhöhe begegnen, den Sitten des Gastlandes nicht feindlich gegenüber stehen sind nötig damit Integration gelingen kann. Die Scharia darf nicht über dem Grundgesetz stehen und wer hier in Frieden und Freiheit lebt, muss sich an die Gesetze halten und sollte sich in die Gesellschaft einbringen. Zum Abschluss las Werner Hammes, Vorsitzender der Kolpingsfamilie Neuwied, das Gebet der Vereinten Nationen und Ruth Solbach, kfd-Dekanatsvorsitzende, bedankte sich bei den Zuhörerinnen und Zuhörern für ihr Kommen und bei den Podiumsteilnehmerinnen und Podiumsteilnehmern mit einem Weinpräsent.

Text: Ruth Solbach
Foto: Privat