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07.02.2018 12:38 Alter: 193 days

kfd-Diözesanverband Trier ist besorgt über den Einmarsch der Türkei in Nordsyrien

Der Frauenverband sieht die gute Friedens- und Aufbauarbeit, die von der Projektpartnerin „WJAR“ in Nordsyrien geleistet wurde, gefährdet und fürchtet um das Leben der Stiftungsfrauen.


Trier – Anfang Februar übermittelte die Stiftung der Freien Frau in Rojava (WJAR) eine Erklärung zur aktuellen Lage in Nordsyrien und Informationen über die Angriffe auf Afrin. Die mitgelieferten, erschreckenden Kriegsbilder werden von der kfd nicht weiterverbreitet. In den Unterlagen wird dokumentiert, wie Afrin von der Türkei angegriffen wurde, wie Zivilisten, unter ihnen viele Kinder, von den Bombenangriffen verletzt worden sind. Bei den Angriffen auf das Dorf SexXûrzê in der Nähe von Bilbil wurden, nach Aussage der WJAR, Chemiewaffen eingesetzt. „Auch wenn die Vielfalt und das System des demokratischen Konförderalismus angegriffen werden soll, geht es Erdogan auch um die Vernichtung der Kurden“, so Meike Nack, ehrenamtliche Projektreferentin von WJAR in Deutschland. „Es sind aussagekräftige und starke Initiativen der Solidarität und auch gegen diesen Krieg nötig“, fordert Nack. 

Erklärung der Stiftung der Freien Frau in Rojava (WJAR) „Als Mitglieder der „Stiftung der Freien Frau“ verstehen wir unsere Aufgabe Frauen und Kindern zu schützen und Lösungen für die gesellschaftlichen Probleme zu finden. Wie Sie mitbekommen, finden seit einigen Wochen Angriffe der Türkei auf uns mit verschiedenen Waffen statt, darunter auch solche die im Rahmen der Genfer Protokolle verboten wurden. Tag und Nacht werden wir von schweren Geschützen und Fliegern bombardiert. In diesen schwierigen Zeit in denen wir uns befinden, kreisen die Kriegsflieger über unseren Köpfen und nichts Lebendige kann ihnen entkommen. Bisher sind zahl-reiche Kinder, Frauen, Alte zu Opfern dieser Angriffe geworden. Eine von ihnen war Zekiye. Sie war erst 15 Jahre alt als sie ihr Leben verlor. Mädchen im jungen Alter leiden stark psychologisch unter diesen Angriffen. Zahlreiche Kinder haben Gelbfieber bekommen. Aufgrund der gefährlichen Situation ist der Bildungsbetrieb von Schulen, Kindergärten und auch Universitäten gestoppt. Dies wirkt sich extrem negativ auf die Kinder aus. Aus diesem Grund rufen wir als „Stiftung der Freien Frau in Rojava“ des Bereichs Afrin alle Menschenrechtsorganisationen, zivilgesellschaftlichen Organisationen, Unicef und die Öffentlichkeit dazu auf, gegenüber diesen Angriffen, die sich gegen Kinder und Frauen richten und die zu Opfern der Barbarei des türkischen Staates geworden sind, nicht zu schweigen. Am 31.01.2018 gab es 170 Verletzte, 68 getötete Zivilisten, davon 27 Kinder und 29 Frauen.“

Am 08. Februar startete die kurdische Frauenorganisation Ceni einen Aufruf #WomenRiseUpForAfrin: Über 6 Jahre haben sich Frauen aus Afrin und allen Teilen von Rojava gegen die Angriffe des Islamischen Staates gewehrt. Gleichzeitig haben sie eine führende Rolle beim Aufbau demokratischer Strukturen der Selbstverwaltung gespielt. Sie haben autonome Strukturen aufgebaut, die auf kommunalen Organisationsformen, Frauenräten, Akademien und Genossenschaften sowie der Selbstverteidigung von Frauen basieren. Durch die Erkenntnis, dass die Solidarität der Frauen eine ihrer wirksamsten Waffen ist, haben sie kollektive Stärke und kollektives Bewusstsein entwickelt. Jetzt haben wieder zehntausende Frauen die Waffen ergriffen, um ihr Land, ihr Leben und ihre Zukunft in Afrin zu verteidigen.

Hintergrund:
Seit Januar 2016 unterstützt die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) im Bistum Trier konkret Frauen- und Gesundheitsprojekte der Stiftung in Nordsyrien und die Gesundheitsvorsorge sowie medizinische Hilfe in Flüchtlingscamps. Sie informiert über die weiteren Aufbaubemühungen und Erfolge der Stiftung, hält regelmäßig Kontakt zu der Projektbeauftragten, informiert mit einer Ausstellung und Veranstaltungen im Bistum.

Text: Petra Erbrath
Grafik: WJAR