November 2020

 

Dazwischen

Ja oder nein? Alles oder nichts? Gott oder Welt? Der Advent ist dazwischen. Noch ist nichts entschieden, der Ausgang ist offen. Der Advent erhebt uns zu Akrobaten auf dem Hochseil, die mit einem Lächeln die Balance halten. Eine Balance zwischen Dunkelheit und Licht, zwischen Wirklichkeit und Hoffnung, zwischen nicht mehr und noch nicht. Den zu schnell Entschiedenen sagt er: Wartet, da ist noch mehr! Die Gefallenen, die Mühseligen und Beladenen richtet er auf, bringt sie wieder ins Gleichgewicht. Der Advent will uns Leichtigkeit für Schwermut geben, Trost für Trauer, Hoffnung für Angst.

Um die Balance zu halten, braucht man einen Standpunkt und die Gleichgewichtssinn. Das Organ dafür sitzt zwischen Innenohr und Kleinhirn. Da wo früher auch die Seele vermutet wurde. Aber wir bewirken das Gleichgewicht nicht allein. Es ist eine unfassbar große Elementarkraft, die uns erdet und hält. Man muss dieser Kraft nur einen Platz anbieten, wo sie ansetzen kann.

Frank Hofmann (der Andere Advent 2018/19)

 

Advents- und Weihnachtszeit

In dieser Zeit nehmen Frauen wie Lucia, Barbara und Maria ganz selbstverständlich ihren Platz in der Kirche ein. Auch die kfd-Frauen machen das.  Ob Basar, Adventskaffee, Besinnungsfeiern, Adventsgottesdienste oder im karitativen Häuschen auf dem Weihnachtsmarkt, überall bringen sich die Frauen ein.

In Zeiten des Umbruchs im Bistum Trier sorgen diese Frauen dafür, dass Kirche mit Leben gefüllt wird und Begegnungen stattfinden. Diese Angebote sind ein wichtiger Teil in der Kirche und ermöglichen, dass die Kirche im Dorf bleibt. Es steht nicht überall kfd drauf, aber sie ist fast überall drin.

Seelsorgliches Handeln wird in der kfd durch Frauen und Männer ausgeübt. Aber noch immer dürfen Frauen keine Sakramente spenden. Wir sind noch immer nicht gleich und berechtigt.

So wie es in dem Gedicht steht, Balance und Gleichgewicht halten, Standpunkte vertreten, das ist es, was es in unserer Zeit braucht. Da geht noch mehr. Darum ist es mehr denn je wichtig, dass wir uns bemerkbar machen. Wir dürfen nicht aufhören es zu sagen, damit irgendwann eine geschlechtergerechte Kirche nicht nur ein Traum, sondern die Realität wird.

„kfd – die macht. für dich. für alle.“
Nur zusammen können wir etwas bewirken. Warum sollen wir die Kraft eines Verbandes nicht nutzen?


Text: Marita Fitzke
Foto: Bea Teusch