Frauen stärken – Gewalt überwinden (FsGü)

Fast zwei Jahrzehnte im Einsatz gegen Gewalt an Frauen und Mädchen


2001 haben die christlichen Kirchen und Verbände die ökumenische Dekade zur Überwindung der Gewalt ausgerufen. Auch die kfd hat sich beteiligt. Für den Frauenverband war klar, dass der Fokus auf den Frauen und Mädchen liegen musste. Im Jahre 2003 hat der Arbeitskreis „Frauen stärken – Gewalt überwinden“ im Diözesanverband Trier seine Arbeit aufgenommen. Dem Arbeitskreis gehören Frauen aus den verschiedenen kfd-Dekanaten und dem Diözesanvorstand an.

Das Ziel
Das Schweigen durchbrechen und die verschiedenen Formen von Gewalt in der Öffentlichkeit ansprechen, d. h. gleichzeitig die Opfer wahrzunehmen und eine Lobby für die „Sprachlosen“ zu werden sowie Frauen zu ermutigen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, um die Gewaltspirale zu durchbrechen, ist eine der wichtigsten Aufgaben und vorrangiges Ziel.

Gewalt gegen Frauen: Was heißt das?
Gewalt ist ein Geschehen, das uns täglich in physischer, psychischer und struktureller Form begegnet. Viele Menschen denken bei Gewalt lediglich an direkte physische und psychische Übergriffe durch andere. Diese Form der Gewalt ist aber nur die Spitze des Eisberges. Tatsächlich beginnt Gewalt früher und ist erheblich mehr, als einen Menschen zu schlagen. Sie fängt vielmehr in den Köpfen an und steckt – gesellschaftlich und kirchlich – auch in den Strukturen. Gewalt kann entstehen wo Menschen gehindert werden ihr Leben zu leben. Sie beginnt da, wo eine Person sich gewalttätig behandelt fühlt (vgl. Leitlinien´99 der kfd).
Auch im 21. Jahrhundert leben wir in einer Gesellschaft und in einer Kirche, in der Frauen immer noch in Abhängigkeiten leben und arbeiten oder im Vergleich zu Männern definiert werden. Noch heute wird Frauen in vielen Bereichen die gleichberechtigte Teilhabe verweigert. Kurz gesagt, werden Frauen daran gehindert ihre Begabungen einzubringen und sich dabei zu entfalten.
2005 hat die Diözesanversammlung der kfd im Bistum Trier ein Positionspapier verabschiedet und die verschiedenen Formen von Gewalt gegen Frauen benannt und definiert.

Aus der Arbeit des Arbeitskreises
In der bisherigen inhaltlichen Arbeit wurden die unterschiedlichen Hintergründe und Formen der Gewalt gegen Frauen sowie die Auswirkungen für die Opfer thematisiert. Ein weiterer Fokus lag darauf Frauen zu stärken, d. h. konkrete praktische Anregungen für die Umsetzung im Alltag weiterzugeben. Denn sicheres und selbstbewusstes Auftreten ist erlern- bzw. erfahrbar und in jedem Fall altersunabhängig.

Die Inhalte

  • Diskriminierende Gewalt in Sprache und Bildern / Werbung
  • Gewalt in der Pflege
  • Gewalt gegen Frauen im Krieg in Kooperation mit Amica e. V. und Medica Mondiale e. V.
  • Gewalt in der Prostitution - Die zweijährige Auseinandersetzung mit dem Thema ist 2017 in dem Positionspapier „Nein, zur Prostitution“ gemündet.
  • Gewalt gegen Frauen in Kirche und Orden - mit Blick auf den Missbrauch
  • Gewalt gegen Frauen in Kirche und Gesellschaft - mit Blick auf die veralteten, aber immer noch gelebten, Rollenbilder von Frauen, mehr in den Positionspapieren "gleich und berechtigt" und "Gleichstellung von Frauen und Männer im Lebensverläufen"
  • Gewalt in der Modeindustrie - #gegenGewalt greift die Problematik der Frauen in Bangladesch auf. Dies ist ein Aspekt des aktuellen Spendenprojektes des Diözesanverbandes.
  • Häusliche Gewalt
  • Weibliche Genitalverstümmelung, die Pressemitteilung vom 03.02.21 finden Sie hier.

Hinsehen und Handeln – Frauen stärken
Die im Laufe der Jahre angebotenen Studientage spiegeln die Vielfalt der vorgenannten Themenfelder wieder. Sie reichen von Selbstverteidigungskursen, über Ausstellungen, Kinoveranstaltungen bis hin zu Aktionen auf öffentlichen Plätzen anlässlich des "Internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen" (jährlich am 25. November). Außerdem wurden diverse Arbeitshilfen und Gottesdienstmodelle erarbeitet, damit „Gewalt gegen Frauen“ vor Ort  thematisiert wird. Daneben stehen die Mitglieder des Arbeitskreises jederzeit als Referentinnen zur Verfügung.

Netzwerke
Seit vielen Jahren arbeiten die Mitglieder gut mit anderen Institutionen und Organisationen zusammen, wie den Frauenhäusern im Bistum Trier, den Notrufstellen und Gleichstellungsbeauftragten im Saarland und in Rheinland-Pfalz, RIGG (Regionale Runde Tische gegen Gewalt), INTACT e. V., SOLWODI e. V., TERRE DES FEMMES e.V., sowie dem Netzwerk "Prävention gegen Gewalt" im Bistum Trier.

Herzlich willkommen sind weitere Frauen, denen die Stärkung von Frauen und damit das Verhindern von Gewalt eine Herzensangelegenheit ist.

 

Text und Foto: Rita Monz, Sprecherin des Arbeitskreises und Mitglied im Diözesanvorstand

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