Bücher des Monats Mai: Fackeln im Baumwollfeld von Achdé & Jul und Lehrerin einer neuen Zeit von Laura Baldini

Achdé & Jul: Lucky Luke: Fackeln im Baumwollfeld, EHAPA COMIC COLLECTION (2020)

Lucky Luke – ein Mann aus dem wilden Western, von dem bestimmt alle schon einmal gehört haben – erbt eine Baumwollplantage im Süden der USA. Schon das Cover lässt nichts Gutes erahnen. Der dunkelhäutige Sheriff Bass Reeves erklärt ihm, „das weiße Gold des Südens bedeute nur für wenige Reichtum.“ Für die Arbeiter auf den Plantagen ist es eher Elend, was sich für sie auch nach der Abschaffung der Sklaverei nicht ändert.
Aber Lucky Luke möchte gar keine Farm besitzen und beschließt, diese den Arbeitern zu schenken. Dass die Weißen im Süden der USA das anders sehen, bekommt auch er zu spüren.

Lucky Luke, der schneller schießt als sein Schatten, kann zusammen mit seinen Freunden und Mutter Natur auch dieses Problem lösen. Ja, einen dunkelhäutigen Sheriff gab es wirklich im Wilden Westen. Auch er war als Sklave geboren und der erste schwarze Hilfsmarshal westlich des Mississippis. Dieser Comic ist die Antwort auf die „Black Lives Matter“ Bewegung, und man sollte sich zweimal damit beschäftigen: Lesen und die Bilder anschauen. Natürlich dürfen auch die Daltons nicht fehlen, die wie immer aus dem Gefängnis ausgebrochen sind.

Auch heute ist mit Baumwolle und den Produkten, die daraus entstehen, noch Reichtum, Elend und Ungerechtigkeit verbunden. Sklavenähnliche Arbeitsverhältnisse und alles, was dazu gehört, sind noch immer aktuell. Ich denke, dieses Buch passt auch prima zu unserem Spendenprojekt in Bangladesch. Es ist bei den Egmont-Verlagsgesellschaften erschienen und die Egmont Foundation setzt sich seit vielen Jahren dafür ein, benachteiligte junge Menschen zu fördern. Also noch ein guter Grund dieses Buch zu kaufen.
Marita Fitzke, kfd-Diözesanverstand

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Laura Baldini: Lehrerin einer neuen Zeit, PIPER (2020)

Täglich aufs Neue muss sich die junge Medizinstudentin Maria Montessori gegen neidvolle Kommilitonen und ignorante Professoren durchsetzen. Aber sie ist fleißig und ehrgeizig und erhält als erste Frau Italiens 1896 den Doktortitel. In einer psychiatrischen Klinik kann sie beweisen, dass auch für minderbegabte Kinder Bildung möglich ist, wenn sie geeignetes Material zur Hand bekommen. Sie lernt mit und für die Kinder und studiert einige Jahre später zusätzlich Pädagogik.

Als begnadete Rednerin hält sie viele Vorträge im In- und Ausland, womit sie ihre Ideen zur Bildung von Kindern weit über die Grenzen Italiens bekannt macht. Dabei tritt sie jedoch nicht nur als Ärztin und Pädagogin in Erscheinung, sondern auch als Sozialarbeiterin und Frauenrechtlerin.

Der Roman zählt viele Stationen ihres Lebens und Wirkens auf und versucht, uns eine Vorstellung der gesellschaftlichen Entwicklungen dieser Zeit zu vermitteln. Als verheiratete Frau hätte Maria Montessori ihren Beruf nicht mehr ausüben und auch keine Studien über die pädagogische Arbeit mit Kindern mit geistigen Einschränkungen unter ihrem Namen veröffentlichen dürfen. Aus diesem Grund entscheidet sie sich gegen die Liebe ihres Lebens und für ihre Berufung.

Noch heute arbeiten viele pädagogische Einrichtungen nach der Methode Montessoris. Und wer den interessanten Roman aufmerksam liest, wird feststellen, dass es auch heute noch eine Ungleichheit der Rechte von Frauen und Männer gibt, mit denen schon unsere Protagonistin zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu kämpfen hatte.
Das Leben einer starken Frau – gut aufbereitet in diesem historischen, kurzweilig erzählten Roman.
Roswitha Hillen, kfd-Diözesanvorstand

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